Landtagswahl

Nieder­sachsen wählt seinen Landtag am 09. Oktober 2022

Bürger*innen können am Sonntag, den 09.Oktober 2022 ihren Landtag neu wählen.

Der Landtag verab­schiedet Gesetze, bildet Ausschüsse, beschließt den jährlichen Landes­haushalt und bestätigt und kontrol­liert die Landes­re­gierung. Dazu wählt der Landtag:

  • Präsident*in und das Präsidium
  • Ministerpräsident*in
  • Mitglieder des Staats­ge­richts­hofes
  • Präsident*in und Vizepräsident*in des Landes­rech­nungs­hofes
  • Landesbeauftragte*n für Daten­schutz

Wie queer ist Landtags­po­litik?

Queere Personen können trotz vieler recht­licher Errun­gen­schaften in den letzten Jahrzehnten, noch immer nicht an allen gesell­schaft­lichen Bereichen gleich­be­rechtigt teilhaben. Sie erfahren weiterhin struk­tu­relle und indivi­duelle Benach­tei­li­gungen und Diskri­mi­nie­rungen.

Der nieder­säch­sische Landtag hat die Möglichkeit langfristig eine gesell­schaft­liche Gleich­stellung queerer Personen zu erreichen, indem er zum Beispiel Artikel 3 der nieder­säch­si­schen Verfassung, um das Merkmal der sexuellen und geschlecht­lichen Identität ergänzt, landes­weite queere Selbst­or­ga­ni­sa­tionen und Inter­es­sens­ver­tre­tungen insti­tu­tionell fördert oder regionale queere Angebote bedarfs­ge­recht finan­ziert.

Mit der diesjäh­rigen Landtagswahl können die Bürger*innen also nicht nur mitbe­stimmen, wer in den nächsten fünf Jahren im Landtag sitzt, sondern auch wer queere Themen setzt und wie queere Projekte gefördert werden.

Braun­schweig, Hameln, Gifhorn

Göttingen, Hannover, Lüneburg

Queer­po­li­tisch disku­tiert!

Mit der Veran­stal­tungs­reihe ‚queer disku­tiert‘ rücken wir queere Themen in den Fokus des Landtags­wahl­kampfes. In der Podiums­dis­kussion mit den Kandidat*innen der Parteien, zeigt sich, welche jewei­ligen Positionen zu queeren Themen zur Wahl stehen.
Für die umfas­sende Organi­sation und Durch­führung der Podiums­dis­kus­sionen danken wir unseren Mitglieds­or­ga­ni­sa­tionen vor Ort!

Veran­stal­tungen

18.08.2022

Braun­schweig

Podiums­dis­kussion zur Landtagswahl 2022

19:00 Uhr
St. Michae­lis­kirche,
Echtern­straße, Braun­schweig

Die Podiums­dis­kussion „Queer disku­tiert“ hat am 11. August in der Michae­lis­kirche in Braun­schweig statt­ge­funden. Ca. 40 Personen haben die Veran­staltung besucht. Teilge­nommen haben sechs Landtagskandidat*innen:
Sophie Ramdor (CDU), Julia Retzlaff (SPD), Susanne Schütz (FDP), Louise Bohne (Bündnis 90 / Die Grünen), Tabea Asmus (Die Linke), Kai Tegethoff (Volt)
Die Veran­staltung wurde von Betty LaMinga aus Köln moderiert. Nach einer Vorstel­lungs­runde mussten alle Podiums­teil­neh­menden zum Einstieg vorge­gebene Sätze ergänzen. Danach folgten vier thema­tische Blöcke: Schule und Jugend, Soziales und Gesundheit, Finan­zielle Förderung und Verant­wor­tungs­ge­mein­schaften.
Zum Abschluss konnten die Besucher*innen eigene Fragen stellen.
Die Kandidat*innen waren alle sehr offen und lagen inhaltlich nicht sehr weit ausein­ander. Die berech­tigten Fragen, die nicht beant­wortet werden konnte, lauteten, wie sich die Kandidat*innen in ihren Fraktionen mit queeren Themen durch­setzen wollen und warum die SPD-CDU-Regierung die von ihren Kandidat*innen vorge­schla­genen Maßnahmen noch nicht umgesetzt haben.
Ein beson­derer Fokus der Diskussion lag auf der Überlastung der ehren­amt­lichen trans* Beratung. Alle Kandidat*innen waren grund­sätzlich offen für landes­weite profes­sio­nelle Beratungs­struk­turen im trans* Bereich. Aus Veranstalter*innensicht wäre es sinnvoll, in einem Jahr die im Landtag vertre­tenen Fraktionen erneut einzu­laden, um einen Abgleich mit den diesjäh­rigen Zusagen zu machen.

31.08.2022

Hameln

Podiums­dis­kussion zur Landtagswahl 2022

19:00 Uhr
Kultur­zentrum Sumpf­blume,
Am Stockhof, Hameln

Am 31. August nahmen Constantin Grosch (SPD), Matthias Koch (CDU), Hagen Langosch (Grüne), Lorena Vath (Linke) und Andreas Sörensen (FDP) auf Einladung des Queeren Netzwerks Weser­bergland (QNWB) auf der Bühne der „Sumpf­blume“ in Hameln statt. Bei der Eingangs­frage, wo sie das queere Leben in der ländlich geprägten Region des Weser­berg­lands verbessern möchten, waren sich alle einig, dass die Beratungs­stellen und Anlauf­stellen stärker unter­stützt werden sollten. Bei der Frage, ob Diskri­mi­nierung verringert werden könnte, wenn queere Themen verstärkt Eingang in die schuli­schen Kerncur­ricula erhalten, ergab sich eine kleine Diskussion. Unter­schied­liche Meinungen gab es auch bei der Frage, ob es mehr LGBTQ+-Ansprechpersonen bei der Polizei geben sollte: Während Einigkeit bei besserer Straf­ver­folgung im Netz herrschte, warb Grosch für mehr Polizei­präsenz und Langosch für bessere Präven­ti­ons­arbeit. Koch wünschte sich auch mehr Schutz für Polizis­tinnen und Polizisten selbst. Während der Podiums­dis­kussion hatte das Publikum Gelegenheit, eigene Fragen an die Kandi­die­renden aufzu­schreiben, die im Anschluss an die vom QNWB vorbe­rei­teten Fragen gestellt wurden. Da ging es unter anderem um queere Geflüchtete, besseres Verständnis in Behörden für die Angele­gen­heiten von trans*-Personen sowie um mehr Psycholog*innen für transi­dente Personen. In einem kleinen Statement erhielten die Kandidat*innen am Ende die Möglichkeit, in wenigen Sätzen zu formu­lieren, ob sie von sich selbst sagen, sie würden sich in queeren Themen gut genug auskennen, um die Inter­essen der Community im Landtag vertreten zu können.

17.09.2022

Gifhorn

Podiums­dis­kussion zur Landtagswahl 2022

11:00 Uhr
Kultur­bahnhof,
Am Bahnhof Süd, Gifhorn

Am 17.09.2022 um 11 Uhr veran­staltete das Queere Netzwerk Gifhorn im Kultbahnhof in Gifhorn eine queere Podiums­dis­kussion zur Landtagswahl 2022 in Nieder­sachsen. Diese wurde vom Queeren Netzwerk Nieder­sachsen e.V. finan­ziert und reiht sich in die Veran­stal­tungs­reihe „queer Disku­tiert!“ ein. Bei der Podiums­dis­kussion saßen insgesamt fünf Landtags­kan­di­die­renden auf den heißen Stühlen: Kirsikka Lansmann (SPD), Nick Nalewaja (FDP), Kerstin Meyer (CDU), Nicoline Rohweder (Die Linke) und Anke Reinemann (Grüne). Moderiert wurde die Runde von Isabelle Eichstädt. Die Diskussion begann entspannt mit der Erwei­terung der nieder­säch­si­schen Verfassung um die Punkte „sexuelle und geschlecht­liche Identität“ oder der Erwei­terung des Wappen- und Flaggen­ge­setzes in Nieder­sachsen, um das Hissen der Regen­bo­gen­flagge an öffent­lichen Gebäuden zu ermög­lichen. Unter­schied­licher fielen dann die Positionen bei der Förderung von queerem Engagement in ländlichen Räumen aus. Es war streitbar, ob dieses weiter aus freien Mitteln oder eine insti­tu­tio­nelle Förderung erhalten sollte. Ebenfalls strit­tiger wurde das Thema der Verein­barkeit von Ehrenamt und Schule/Beruf besprochen. Das Queere Netzwerk in Gifhorn beklagte, dass viele Jugend­liche neben Ganztag oder Beruf kaum Zeit für das Ehrenamt hätten und dass der Ganztag durchaus in Konkurrenz zu vielen Angeboten der Vereine stehe. Weiter wurden unter anderem auch die Themen gender­freie Sanitär­ein­rich­tungen in öffent­lichen Gebäuden, die finan­zielle Förderung von queerem Engagement und der Umgang mit Hassver­brechen aus queer­feind­lichen Motiven disku­tiert. Die Kandi­die­renden bewer­teten den Vormittag als gelungen und auch das Publikum, sowie das Netzwerk als Veran­stalter freuten sich über der angeregten Austausch und die teils hitzigen Diskus­sionen.

20.09.2022

Göttingen

Podiums­dis­kussion zur Landtagswahl 2022

18:00 Uhr
Litera­turhaus,
Nikolai­straße, Göttingen

Die queere Community lädt ein – und Politik antwortet. In diesem Format fand am Dienstag, 20.9. auch in Göttingen das Format ‚queer disku­tiert‘ statt. Die Kandidat*innen um das Direkt­mandat des Wahlbe­zirks Göttingen Stadt nahmen sämtlich die Einladung und zeigten, dass queere Lebens­welten und Politik Teil einer Wahlent­scheidung sein müssen und dürfen. Ohne den kurzfristig aus Krank­heits­gründen verhin­derten Thomas Goes (Die Linke) betei­ligten sich Karola Margraf (SPD), Marie Kollenrott (Bündnis 90/Die Grünen), Carina Herrmann (CDU) und Patrick Thegeder (FDP) an der Veran­staltung.
Rund 30 Personen kamen über ‚queer disku­tiert‘ in den Austausch. Im Format eines World-Cafes rotierten die Kandidat*innen zu den Themen ‚Schule und Bildung‘, ‚Regen­bo­gen­fa­milien‘, Kinder und Jugend‘ und ‚Gesundheit‘. Menschen aus der queeren Community füllten diese Themen­tische mit ihren Erfah­rungen, Wünschen und Ideen – und zeigten Problem­stellen auf: unklare Umgangs­weisen mit trans* Schüler*innen, unein­heit­liche Verfahren in der Stief­kind­ad­option, fehlende Jugend-Räume gerade in der Corona-Pandemie und Warte­zeiten auf Psycho­the­ra­pie­plätze waren zentrale Anliegen.
Die Erfah­rungen eröff­neten einen Austausch – und die Kandidat*innen um das Direkt­mandat nutzten diesen für Nachfragen. Sie waren zugleich gefordert, dialo­gisch zu antworten. Sie mussten Stellung beziehen, welche Ziele sie verfolgen und auf welche Weise sie politisch wirken können und werden. Entlang der Forde­rungen und durch die Förderung des Queeren Netzwerk Nieder­sachsens entstand so eine Chance queere Welten für Politik und politische Welten für queere Menschen zu öffnen.

Veran­stal­tungen in der Reihe ‚queer disku­tiert‘ finden in Koope­ration mit der*dem lokalen Träger*in vor Ort statt. Die Veran­stal­tungs­reihe wird gefördert aus Mitteln des Nieder­säch­si­schen Minis­terium für Soziales, Gesundheit und Gleich­stellung.

Das QNN hat zur nieder­säch­si­schen Landtagswahl queer­po­li­tische Forde­rungen aufge­stellt und diese in Querschnitts­themen zusam­men­ge­fasst.

Doch was sagen die Landtags­wahl­pro­gramme der Parteien? Welche queer­po­li­ti­schen Ziele wollen die Parteien in der nächsten Leglis­la­tur­pe­riode umsetzen? Wir haben unsere Forde­rungen thema­tisch den jewei­ligen Orginal­zi­taten aus den Wahlpro­grammen der Parteien gegenüber gestellt.

Die Übersicht der Landtags­wahl­pro­gramme der Parteien im queer­po­li­ti­schen Vergleich ist hier zu finden:

https://qnn.de/ltw22/landtagswahlprogramme/

Mit der Veran­stal­tungs­reihe ‚queer disku­tiert‘ haben wir queere Themen in den Fokus des politi­schen Wahlkampfes gerückt. In den Podiums­dis­kus­sionen mit den Kandidat*innen der Parteien, hat sich gezeigt, welche jewei­ligen Positionen zu queeren Themen zur Wahl stehen.

Für die umfas­sende Organi­sation und Durch­führung der Podiums­dis­kus­sionen danken wir unseren Mitglieds­or­ga­ni­sa­tionen vor Ort!

Welche Landtagskandidat*innen in Braun­schweig, Hameln, Gifhorn, Göttingen, Hannover und Lüneburg auf dem Podium standen und welche Themen besprochen wurden, haben wir hier zusam­men­ge­fasst.

 

 

Die Zeitschrift „impu!se – Zeitschrift für Gesund­heits­för­derung“ der Landes­ver­ei­nigung für Gesundheit und Akademie für Sozial­me­dizin Nieder­sachsen e. V. hat in ihrer gerade veröf­fent­lichten 115. Ausgabe »Queer und (un)gesund?« zum Thema gemacht.

 

Das erste Health-Monitoring des Robert Koch-Instituts zur gesund­heit­lichen Lage von lesbi­schen, schwulen, bisexu­ellen sowie trans- und inter­ge­schlecht­lichen Menschen hat ein wenig überra­schendes Ergebnis zu Tage gefördert: Die Datenlage zur Gesund­heits­ver­sorgung und zur allge­meinen gesund­heit­lichen Lage queerer Menschen ist äußerst lückenhaft.

 

In dieser Ausgabe sollen die spezi­ellen gesund­heit­lichen Bedarfe queerer Menschen in den Blick genommen werden. Insbe­sondere weil Minder­hei­ten­stress und Diskri­mi­nierung krank­ma­chende Faktoren sind unter denen viele queere Menschen leiden – auch in der Gesund­heits­ver­sorgung.

 

Zum Thema Inter­ge­schlecht­lichkeit haben Charlotte Wunn (1. Vorsitz von Inter­ge­schlecht­liche Menschen e.V.) und Michael Rogenz (Landes­ko­or­di­nation Inter* im QNN) den Artikel “Gesunde Menschen – Krank machende Medizin” veröf­fent­licht. Der Artikel nimmt die spezi­ellen Bedarfe inter­ge­schlecht­licher Menschen an das Gesund­heits­system in den Blick und beleuchtet die Forde­rungen die inter­ge­schlecht­liche Menschen stellen.

Mit dem Tag der Nieder­sachsen feiert das Land Nieder­sachsen seine Kultur, Geschichte und Vielfalt. Das Team vom QNN war vom 10.–12. Juni 2022 auf der „Info- und Erleb­nis­meile“ vor Ort und rückte queere Bedarfe in den Fokus. Wir möchten uns herzlich bei allen Betei­ligten bedanken. Insbe­sondere jenen, die mit uns in Gespräch gekommen sind und bei der Foto-Mitmach-Aktion teilge­nommen haben. Weit mehr als 100 Personen haben sich mit queer­po­li­ti­schen Forde­rungen zur #ltw22 ablichten lassen. Beteiligt haben sich neben Besucher*innen, Engagierten, queeren Personen und Allies auch Personen aus der Politik.

Erfah­rungen von Diskri­mi­nie­rungen gehören zum Alltag vieler queerer Personen. Im Bildungs­be­reich, in der Familie, im Gesund­heits­wesen, auf der Arbeit und im öffent­lichen Raum. Es bedarf gleicher Rechte für alle Menschen und eine Politik, die queere Themen im Querschnitt mitdenkt.
Unsere queer­po­li­ti­schen Forde­rungen zur Landtagswahl findet ihr hier.

Nieder­sachsen wählt am 09. Oktober 2022 einen neuen Landtag!

Lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter*, nicht-binäre, panse­xuelle, asexuelle, … – in einem Wort – queere Menschen sind selbst­ver­ständ­licher Teil unserer Gesell­schaft.

 

Auch wird der Bevöl­ke­rungs­anteil der Menschen, die sich als queer bezeichnen, immer größer. Definieren sich in der Generation Babyboomer (geb. vor 1964) noch weniger als 1% als „trans­gender, nicht-binär, noncon­forming, gender­fluid oder divers“, sind es bereits 4% der Generation Z (geb. nach 1997). Gleiches gilt für die sexuelle Orien­tierung. 87% der Babyboomer bezeichnen sich als ausschließlich hetero­se­xuell, wohin­gegen dies nur noch 68% der Generation Z tun. Fast jede*r Fünfte der unter 24-Jährigen identi­fi­ziert sich als „homo‑, bi‑, pan‑, omni‑, oder asexuell“ (Freudenthal, 2021).

 

Dennoch gehören Erfah­rungen von Diskri­mi­nierung und Gewalt zum Alltag vieler queerer Personen. Im Bildungs­be­reich, in der Familie, im Gesund­heits­wesen, auf der Arbeit und im öffent­lichen Raum. Auch in Nieder­sachsen. Es bedarf daher gleicher Rechte für alle Menschen und eine Politik, die queere Themen im Querschnitt mitdenkt.

 

Im Vorfeld der der nieder­säch­si­schen Landtagswahl am 9. Oktober 2022, hat das QNN daher seine Mitglieds­or­ga­ni­sa­tionen nach ihren queer­po­li­ti­schen Forde­rungen befragt und die Ergeb­nisse in die folgenden  Querschnitts­the­men­felder zusam­men­ge­fasst. Zusammen ergeben sie einen Überblick, welche Maßnahmen es seitens der neuen Landes­re­gierung bedarf, um eine gesell­schaft­liche Gleich­stellung queerer Personen in Nieder­sachsen zu fördern.

 

Für ihren Input bedanken wir uns sehr herzlich bei unseren Mitglieds­or­ga­ni­sa­tionen aus der Selbst­hilfe, aus den queeren Zentren, aus den Beratungs­an­ge­boten, aus den queeren Gruppen im ländlichen Raum, usw.

 

Zusammen fordern wir einen queer­po­li­ti­schen Aufbruch für Nieder­sachsen!

Das Queere Netzwerk Nieder­sachsen (QNN), als der Landes- und Fachverband der queeren Initia­tiven, Gruppen und Vereine in Nieder­sachsen, veröf­fent­licht daher mit dieser Broschüre queer­po­li­tische Forde­rungen zur nieder­säch­si­schen  Landtagswahl am 9. Oktober 2022.


Zusam­men­ge­fasst in Querschnitts­themen geben sie einen Überblick, welcher Maßnahmen es seitens der neuen Landes­re­gierung bedarf, um eine gesell­schaftliche Gleich­stellung queerer Personen in Nieder­sachsen zu fördern.

Das QNN fordert:

  • Ergänzung von Artikel 3 der nieder­säch­si­schen Verfassung, um das Merkmal der sexuellen und geschlecht­lichen Identität.
  • Akzeptanz und diskri­mi­nie­rungs­freie Teilhabe von queeren Menschen als Querschnitts­aufgabe in allen Minis­terien und Verwal­tungs­be­hörden etablieren.
  • Insti­tu­tio­na­li­sierte Förderung der landes­weiten queeren Selbst­or­ga­ni­sa­tionen und Inter­es­sens­ver­tre­tungen.
  • Bedarfs­ge­rechte Finan­zierung regio­naler queerer Angebote.
  • Erwei­terung des NDR-Rundfunk­rates um einen queeren Vertre­tungssitz.

Das QNN fordert:

  • Imple­men­tierung eines Diversity-Manage­ments und ‑Monitoring im öffent­lichen Dienst des Landes Nieder­sachsen.
  • Durch­führung einer Wirkungs­for­schung zum Stand der bisher ergrif­fenen AGG-Maßnahmen im öffent­lichen Dienst.
  • Besei­tigung recht­licher Ungleich­be­hand­lungen und Überprüfung von Regelungen nach den Vorgaben des Gleich­be­hand­lungs­gebots und des Diskri­mi­nie­rungs­verbots.

Das QNN fordert:

  • Finan­zierung eines flächen­de­ckenden profes­sio­nellen Beratungs­an­ge­botes, insbe­sondere für trans* und inter* Menschen.
  • Fortbil­dungen für Regel­be­ra­tungs­struk­turen in Bezug auf sexuelle und geschlecht­liche Vielfalt, um eine diskri­mi­nie­rungsarme Erst- und Verweis­be­ratung zu ermög­lichen.
  • Erhöhte Projekt­för­derung von Selbst­hil­fe­gruppen und Peer-to-Peer Beratungs­an­ge­boten.

Das QNN fordert:

  • Schul­recht­liche Vorgaben zum sensiblen Umgang mit trans*, inter* und nicht-binären Schüler*innen im Sinne einer selbst­be­stimmten geschlecht­lichen Identi­täts­ent­wicklung.
  • Ausbau der Förderung der Bildungs- und Antidis­kri­mi­nie­rungs­arbeit von SCHLAU Nieder­sachsen.
  • Förderung von Beratungs- und Unter­stüt­zungs­an­ge­boten für Schulen und Lehrkräfte zu sexueller und geschlecht­licher Vielfalt, wie z.B. das Projekt ‚Schule der Vielfalt* Nieder­sachsen‘.
  • Veran­kerung von sexueller und geschlecht­licher Vielfalt als Querschnitts­themen in den Lehrplänen, sowie in der Aus- und Weiter­bildung pädago­gi­scher Berufe.
  • Schul­form­über­grei­fende Empfeh­lungen zum geschlech­ter­sen­siblen Sprach­ge­brauch in Lehrma­te­rialien, sowie im Schrift­verkehr und amtlichen Dokumenten.

Das QNN fordert:

  • Ergänzung der Curricula in Fort- und Weiter­bil­dungen für medizi­nische Fach- und Pflege­kräfte zu den Themen sexuelle und geschlecht­liche Vielfalt.
  • Sicher­stellung eines flächen­de­ckenden Zugangs zu einer queer­sen­siblen Gesund­heits­ver­sorgung und geschlechts­an­glei­chenden Maßnahmen, insbe­sondere im ländlichen Raum.
  • Konse­quente und landes­weite Umsetzung des Gesetzes zum Schutz von Kindern mit Varianten der Geschlechts­ent­wicklung (1631e BGB) und damit keine Eingriffe ohne infor­mierte Einwil­ligung der inter­ge­schlecht­lichen Personen selbst.

Das QNN fordert:

  • Erwei­terung des Nieder­säch­si­schen Gleich­be­rech­ti­gungs­gesetz (NGG) auf alle Geschlechter.
  • Landes­weite Vorgaben zur Gleich­stellung aller Geschlechter in der kommu­nalen Gleich­stel­lungs­po­litik.
  • Landes­weite Empfeh­lungen für einen gender­ge­rechten Sprach­ge­brauch in Verwaltung und Behörden.
  • Schaffung von gender­neu­tralen sanitären Anlagen in öffent­lichen Gebäuden.

Das QNN fordert:

  • Landes­weite Förderung und Ausbau der Empowerment- und Unter­stüt­zungs­struk­turen für queere Kinder und Jugend­liche.
  • Infor­ma­tions- und Fortbil­dungs­an­gebote für alle Einrich­tungen der Kinder- und Jugend­hilfe zum Umgang mit sexueller und geschlecht­licher Vielfalt.
  • Unter­stützung der Reform des aktuellen Abstam­mungs­rechtes im Sinne der Kinder­rechte zur Akzeptanz der geschlecht­lichen Selbst­be­stimmung von Kindern und Jugend­lichen.

Das QNN fordert:

  • Einrichtung einer Projekt­fach­stelle zur Unter­stützung und Beratung von queeren Geflüch­teten, Migrant*innen und deren Selbst­or­ga­ni­sa­tionen.
  • Etablierung von sicheren Erstauf­nah­me­stellen und Unter­künften für queere Geflüchtete und Schulungen für Mitar­bei­tende.
  • Förderung von Projekten für queere Geflüchtete und queerer migran­ti­scher Selbst­or­ga­ni­sa­tionen.

Das QNN fordert:

  • Queere Vertre­tungs­sitze in allen relevanten gesell­schaft­lichen Gremien, wie z.B. Senior*innen‑, Integra­tions- und Rundfunk­räten.
  • Durch­ge­hende Reprä­sen­tation queerer Menschen in der Öffent­lich­keits­arbeit der nieder­säch­si­schen Landes­re­gierung.
  • Änderung des Nieder­säch­si­schen Wappen­ge­setzes und seiner Ausfüh­rungs­be­stim­mungen, um das Hissen von queeren Flaggen vor öffent­lichen Gebäuden zu ermög­lichen.

Das QNN fordert:

  • Einrichtung einer landes­weiten Projekt­fach­stelle zur Sensi­bi­li­sierung, Beratung und Schulung von Insti­tu­tionen der Alten­pflege.
  • Förderung von selbst­be­stimmten queeren Wohnkon­zepten im Alter.
  • Inklusion queer­sen­sibler Inhalte in die Curricula der Ausbildung und des Studiums der Pflege und Pflege­wis­sen­schaft.
  • Aufnahme von Themen der sexuellen und geschlecht­lichen Vielfalt in die Alters- und Pflege­for­schung.

Das QNN fordert:

  • Einrichtung einer zivil­ge­sell­schaft­lichen Anlauf- und Beratungs­stelle für die Opfer von queer­feind­licher Hasskri­mi­na­lität und Mobbing.
  • Schulungen für Bedienstete der Polizei zu den Themen sexuelle und geschlecht­liche Vielfalt.
  • Eine LSBTIQ* Ansprech­person in jeder Polizei­in­spektion.
  • Schulungen von Personal in Justiz­be­hörden über die aktuellen gesetz­lichen Grund­lagen zu sexueller und geschlecht­licher Vielfalt.
  • Anerkennung des dgti-Ergän­zungs­ausweis in sämtlichen nieder­säch­si­schen Behörden und Insti­tu­tionen.

Das QNN fordert:

  • Aufbau eines landes­weiten Beratungs- und Unter­stüt­zungs­an­ge­botes für Regen­bo­gen­fa­milien und queere Menschen mit Kinder­wunsch.
  • Schulungen zum Thema Regen­bo­gen­fa­milien für Mitarbeiter*innen in Jugend­ämtern.
  • Gleich­stellung von queeren Paaren bei der finan­zi­ellen Beihilfe des Landes Nieder­sachsen zur Reali­sierung des Kinder­wun­sches.

Das QNN fordert:

  • Konse­quente Umsetzung der Empfeh­lungen der ‚Bremer Erklärung‘ der Sport­mi­nis­ter­kon­ferenz in Nieder­sachsen.
  • Förderung von Maßnahmen und Projekten zur Akzep­tanz­stei­gerung von sexueller und geschlecht­licher Vielfalt im Breiten­sport in Nieder­sachsen.

Anlässlich des IDAHOBITA* hatte das QNN Besuch von SAT1 REGIONAL.

Am 17.05. ist der Inter­na­tionale Tag gegen Homo‑, Bi‑, Inter*-, Trans*- und Afeind­lichkeit (#IDAHOBITA*). Weltweit kämpfen queere Menschen für die gleichen Rechte und die Möglichkeit ohne Benach­tei­li­gungen und Diskri­mi­nie­rungen sie selbst sein zu dürfen.

Vor 32 Jahren wurde Homose­xua­lität von der WHO von der Liste der psychi­schen Krank­heiten gestrichen. Seitdem hat sich viel in Richtung Gleich­stellung getan, doch wir sind lange noch nicht an dem Punkt, um von recht­licher Gleich­stellung sprechen zu können. Noch immer werden queere Personen in 69 Staaten straf­rechtlich verfolgt, in 11 Ländern sind sie sogar von der Todes­strafe bedroht. Doch auch in Deutschland braucht es einen queer­po­li­ti­schen Aufbruch.

Das QNN, die Landes­fach­stelle Trans*, die Landes­ko­or­di­nation Inter* und SCHLAU Nieder­sachsen haben dem Fernsehteam von SAT1 REGIONAL ihre Arbeit vorge­stellt und die Benach­tei­li­gungen und Diskri­mi­nie­rungen die queere Personen erfahren, thema­ti­siert.

Am 17.05.2022 um 17:30 Uhr wurde der Fernseh­beitrag bei SAT1 REGIONAL mit SCHLAU Nieder­sachsen als Hauptakteur*in vor der Kamera ausge­strahlt. Jetzt ist der Beitrag in der Mediathek zu finden.

 

Nach einem Jahr inten­siver Planungs­arbeit war es am 23.04.2022 endlich so weit: Rund 30 Teilneh­mende haben sich zum Fachtag „Geschlecht­liche Vielfalt in der Gesund­heits­ver­sorgung” im Bildungs- und Veran­stal­tungs­zentrum des Klinikums Braun­schweig einge­funden. Der Fachtag war eine Koope­ration von Inter­ge­schlecht­liche Menschen e.V. (IMeV), der Koordi­na­ti­ons­stelle LSBTI der Stadt Braun­schweig, dem Verein für Sexuelle Emanzi­pation, SCHLAU Braun­schweig sowie der Landes­fach­stelle Trans* und der Landes­ko­or­di­nation Inter* im Queeren Netzwerk Nieder­sachsen. Dank der Bandbreite der Organi­sie­renden gelang es, verschiedene Themen der TIN-Gesund­heits­ver­sorgung mit einschlä­gigen Referie­renden zu disku­tieren. Der Fokus lag auf der Sensi­bi­li­sierung für trans* und nicht-binäre, sowie für inter* Belange in der Gesund­heits­ver­sorgung. Einge­laden waren Personen aus dem medizi­ni­schen und Gesund­heits­be­reich, z.B. Therapeut*innen, Ärzt*innen und Krankenhaussozialarbeiter*innen. Insbe­sondere dieser inter­dis­zi­plinäre Austausch machte die Veran­staltung zu einem vollen Erfolg! 

 

Das Programm wurde mit Grußworten von Charlotte Wunn, erste*r Vorsitzende*r von IMeV, Heiger Scholz, Staats­se­kretär des Nieder­säch­si­schen Minis­te­riums für Soziales, Gesundheit und Gleich­stellung sowie Martin Klock­gether, Fachbe­reichs­leiter Gesundheit und Soziales der Stadt Braun­schweig, eröffnet. Den thema­ti­schen Einstieg gab Heinz-Jürgen Voß von der Hochschule Merseburg mit einer Keynote zur Frage, was Geschlecht eigentlich ist und wie die Situation von trans*, inter* und nicht-binären Personen in Deutschland derzeit aussieht. Hierbei stellte er zu einem die biolo­gische Realität geschlecht­licher Vielfalt in den Vorder­grund, legte aber auch dar, dass trans*, inter* und nicht-binäre Menschen mit starken gesell­schaft­lichen Wider­ständen konfron­tiert sind. Vor allem in Bezug auf die hohen Raten von Selbst­ver­letzung und Suizid(versuchen) formu­liert Voß die Frage „Wie kann eine Gesell­schaft sich weiter­ent­wi­ckeln, damit auch trans* und inter* Personen sich vorstellen können in ihr zu leben?“. 

 

Ursula Rosen, zweite Vorsit­zende von IMeV und Robin Ivy Osterkamp von der Landes­fach­stelle Trans* im QNN widmeten sich der Frage, ob ein Paradig­men­wechsel in der Betrachtung von geschlecht­licher Vielfalt in der Gesund­heits­ver­sorgung abzusehen ist oder sogar schon statt­findet. Dazu stellten sie aktuelle Studien und Projekte vor die sich der Gesundheit von trans*, inter* und nicht-binären Menschen widmen. Hierbei fiel der Blick auf die gesell­schaftlich steigende Akzeptanz von trans*, inter* und nicht-binären Personen, aber auch auf den Abbau der Patho­lo­gi­sierung in Form von libera­leren Leitlinien, Verän­de­rungen von Bezeich­nungen sowie Reeva­luation der Behand­lungs­be­dürf­tigkeit. Leider mangelt es in vielen Bereichen der Gesund­heits­ver­sorgung noch immer an Wissen von und über trans*, inter* und nicht-binäre Personen. Dadurch entstehen lange Reisen zu Spezialist*innen, Warte­zeiten sowie Druck und Ablehnung in allen Bereichen des Gesund­heits­systems. Das führt dazu, dass sich diese Menschen in medizi­ni­schen Kontexten nicht sicher fühlen und sie meiden. Diese Vermei­dungs­stra­tegie bezahlen viele trans*, inter* und nicht-binären Menschen mit ihrer Gesundheit. Die Unsicher­heiten und Grenz­ver­let­zungen im Gesund­heits­system schil­derten Charlotte Wunn, Robin Ivy Osterkamp und Anjo Kumst von IMev in persön­lichen Erfah­rungs­be­richten. Leider ist die Medizin weiterhin oft binär gedacht und alles was nicht in diese engen Defini­tionen passt, wird schnell patho­lo­gi­siert und soll normiert werden. Deshalb fällt das Plädoyer eindeutig aus:  Mediziner*innen müssen Menschen in ihrer Indivi­dua­lität, ihren Bedürf­nissen und Wissen über den eigenen Körper ernst nehmen. 

 

Nach einer Mittags­pause gingen die Teilneh­menden in zwei Workshop­p­hasen, in denen sie die Chance hatten, sich in sechs verschie­denen Workshops weiter­zu­bilden. In diesen Workshops ging es bspw. um den adäquaten Umgang mit jungen trans* und inter* Personen, mit Eltern von inter­ge­schlecht­lichen Kindern, queeren Schwan­ger­schaften aber auch um die sexuelle Gesundheit von trans*, inter* und nicht-binären Menschen. In einer abschlie­ßenden Podiums­dis­kussion disku­tierten die Referie­renden zur Frage: “Was brauchen wir für eine ideale Gesund­heits­ver­sorgung von trans*, inter* und nicht-binären Menschen?”. Fazit war, dass wir stets zweigleisig fahren müssen: Auf der einen Seite müssen mit Regeln, Verord­nungen, Leitlinien und Gesetzen trans*, inter* und nicht-binäre Menschen geschützt werden. Aber das alleine genügt nicht, sondern es braucht einen umfas­senden Sinnes­wandel mit einer Entpa­tho­lo­gi­sierung, sowie ein weiteres Streiten um gesell­schaft­liche Akzeptanz.  

 

In den nächsten Wochen wird eine ausführ­liche Dokumen­tation des Fachtages folgen. 

 

Die Veran­staltung wurde von der BARMER, dem Verein Nieder­säch­si­scher Bildungs­in­itia­tiven, Inter­ge­schlecht­liche Menschen e.V., dem Queeren Netzwerk Nieder­sachsen e.V. und vom Nieder­säch­si­schen Minis­terium für Soziales, Gesundheit und Gleich­stellung gefördert. 

Mit wachsender Akzeptanz in unserer Gesell­schaft werden trans* und inter* Personen, also Menschen, die nicht der klassi­schen Vorstellung von männlich oder weiblich entsprechen, immer sicht­barer. Während diese Perso­nen­gruppe auch um mehr recht­liche und gesell­schaft­liche Anerkennung kämpfen, ist ein Thema für trans* und inter* Menschen ganz zentral: das der Gesund­heits­ver­sorgung. Menschen mit ganz unter­schied­lichen Körpern und Geschlecht­lich­keiten benötigen wie alle anderen auch, die Regel­ver­sorgung in Kranken­häusern, nieder­ge­las­senen Praxen oder nehmen andere Angebote im Rahmen der Gesund­heits­ver­sorgung in Anspruch. Dort erleben sie oftmals, dass das medizi­nische Personal nur wenig über ihre Körper und Bedürf­nisse weiß, wodurch sie immer wieder Diskri­mi­nierung ausge­setzt sind.

Mit diesem Fachtag zu geschlecht­licher Vielfalt in der Gesund­heits­ver­sorgung wollen der Verein inter­ge­schlecht­liche Menschen e.V., die Landes­ko­or­di­nation Inter* und die Landes­fach­stelle trans* im Queeren Netzwerk Nieder­sachsen e.V., die Koordi­na­ti­ons­stelle LSBTI* der Stadt Braun­schweig und der Verein für sexuelle Emanzi­pation e.V. dazu anregen, Wissen zu trans* und inter* Personen für medizi­ni­sches Personal verschie­denster Fachrich­tungen verfügbar machen. Einge­laden sind alle Menschen aus dem medizi­ni­schen Bereich, egal, ob Sie bereits Kontakt mit trans* und/oder inter* Personen in Ihrem Beruf hatten oder nicht.

Weitere Infor­ma­tionen und Möglich­keiten zur Anmeldung sind hier zu finden: https://qnn.de/gv-gesundheit/

Auf der QNN Mitglie­der­ver­sammlung im November 2021 haben die Mitglieds­or­ga­ni­sa­tionen mit dem Haushalt 2022 die Umstruk­tu­rierung der QNN Geschäfts­stelle beschlossen.

Bisher war die inhalt­liche Arbeit des QNN auf vier Säulen zu den Themen­be­reichen Lesbisch*, Schwul, Trans* und Inter* verteilt, mit jeweils einer gering­fü­gigen Perso­nal­stelle zur Landes­ko­or­di­nation.

Seit Jahres­beginn sind die Themen­be­reiche Trans* und Inter* nun zu Landes­fach­stellen mit erhöhten Perso­nal­stunden ausgebaut worden. Dies insbe­sondere, um den stetig steigenden Anfragen und Bedarfen in den beiden Bereichen gerecht zu werden. Die ‚Landes­fach­stelle Trans*‘ und die ‚Landes­ko­or­di­nation Inter*‘ werden jeweils weiterhin durch Robin Ivy Osterkamp und Michael Rogenz geführt.

Neuge­schaffen ist die Stelle der stell­ver­tre­tenden Geschäfts­führung im QNN, welche durch Melissa Depping besetzt wurde. Melissa Depping war zuvor Landes­ko­or­di­na­torin für die Säule ‚Lesbisch* in Nieder­sachsen‘ und wird auch zukünftig für Themen und Projekte für lesbische*, bisexuelle und queere Frauen* zuständig sein. Darüber hinaus wird der Ausbau der Öffent­lich­keits­arbeit ein Arbeits­schwer­punkt der neuen stell­ver­tre­tenden Geschäfts­führung sein.

Thomas Wilde, als bishe­riger Landes­ko­or­di­nator für die Säule ‚Schwules Forum Nieder­sachsen‘ (SFN), hat seine Tätigkeit für das QNN zu Ende letzten Jahres beendet. Mehr zur Würdigung seiner jahrzehn­te­langen Arbeit für das SFN/QNN wird später folgen. Die Themen und Aufga­ben­be­reiche des SFN fallen nun in den Zustän­dig­keits­be­reich der bereits amtie­renden Geschäfts­führung, Nico Kerski.

Die Neustruk­tu­rierung der Geschäfts­stelle ermög­licht dem Landes­verband eine flexi­blere Arbeit in Querschnitts­themen, von denen alle queeren Menschen in ihren jewei­ligen Lebens­si­tua­tionen betroffen sind (z.B. Schule, Arbeit, Alter, Sport, etc). Zudem ermög­licht die neue Struktur, die Arbeit für und mit Menschen im gesamten queeren Spektrum — auch denen, die sich bisher in der ‘Versäulung’ nicht wieder­finden konnten.

Ein Beispiel für den verstärkten Fokus auf Querschnitts­themen ist Schule. Mit der neuen Fachstelle ‚Schule der Vielfalt* Nieder­sachsen‘ (siehe Presse­mit­teilung), hat das QNN die Träger­schaft für ein Projekt übernommen, welches Schulen unter­stützt ein diskri­mi­nie­rungs­freies und akzep­tie­rendes Umfeld für queere Vielfalt zu schaffen. In Kombi­nation mit der engen Koope­ration mit SCHLAU Nieder­sachsen, dessen Workshop­an­gebote sich explizit an Schüler*innen und Schul­klassen wenden, ist das QNN in diesem Bereich optimal aufge­stellt.

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