Frühest­möglich zum 01.08.2026 suchen wir eine engagierte Person als

Projektreferent*in für das Sport­projekt

‘Vielfalt in Bewegung! Nieder­sachsen’

 

Ziel des Projektes ist die Stärkung der Akzeptanz sexueller Orien­tie­rungen und geschlecht­licher Vielfalt im Breiten­sport des organi­sierten nieder­säch­si­schen Sports. Zielgruppe sind verant­wort­liche Personen in Sport­ver­bänden und ‑vereinen, sowohl auf der Organi­sa­ti­ons­ebene als auch aus der Sport­praxis. Das Projekt ist eine Koope­ration mit dem Landes­SportBund Nieder­sachsen e.V.

 

Mehr zum Projekt auf der Homepage vielfalt-in-bewegung.de

Aufga­ben­spektrum

  • Organi­sation von Fortbil­dungs- und Infor­ma­ti­ons­an­ge­boten
  • Erstellung von thema­ti­schen Publi­ka­tionen und Handrei­chungen
  • Öffent­lich­keits- und Netzwerk­arbeit
  • Indivi­duelle Beratung von Sport­ver­bänden und ‑vereinen
  • Zusam­men­arbeit mit dem Partner­projekt ‚Vielfalt in Bewegung! NRW‘

Gewünschtes Profil

  • Abgeschlos­senes Studium oder vergleichbare Quali­fi­kation
  • Kennt­nisse zu Struktur und Arbeit des organi­sierten Sports
  • Fachliche- und Erfah­rungs­kom­petenz zu queeren Lebens­rea­li­täten
  • Erfahrung in der Projekt- und Öffent­lich­keits­arbeit
  • Reise­be­reit­schaft, auch in den Abend­stunden und am Wochenende
  • Selbstän­diges, struk­tu­riertes und zuver­läs­siges Arbeiten

Wir bieten:

  • Teilzeit­stelle 50%, Vergütung in Anlehnung an TV‑L E11
  • Selbst­stän­diges Arbeiten in einem motivierten Team und Verband
  • Flexible Arbeits­zeiten im Hannover Büro und mobil nach Absprache

So bewirbst du dich

Die Besetzung der Stelle erfolgt aufgrund der Förder­be­din­gungen zunächst befristet bis zum 31.12.26. Eine Verlän­gerung und Erhöhung des Stellen­um­fangs auf 75% ist gewünscht und wird angestrebt.

 

Rückfragen zur Ausschreibung können Sie an Nico Kerski unter 0511–33658120 richten.

 

Bitte senden Sie ihre Bewerbung unter Angabe des frühest­mög­lichen Beschäf­ti­gungs­be­ginns bis zum 22.07.26 per Mail an bewerbung@qnn.de.

 

Die Bewer­bungs­ge­spräche werden voraus­sichtlich am 27.07 statt­finden.

 

Gefördert durch die Nieder­säch­sische Lotto-Sport-Stiftung und das Nieder­säch­sische Minis­terium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleich­stellung.

 

In Koope­ration mit dem

Seit 2018 veran­staltet das Queere Netzwerk Nieder­sachsen die nieder­säch­sische Trans*Tagung, die jedes Jahr in einer anderen Stadt in Nieder­sachsen statt­findet. In diesem Jahr haben wir, die Landes­fach­stelle Trans*, die Landes­fach­stelle Inter* und der Verein Inter­ge­schlecht­liche Menschen Landes­verband Nieder­sachsen e.V., uns dazu entschieden eine Veran­staltung für alle Menschen innerhalb der geschlecht­lichen Vielfalt daraus zu machen: Die Trans*Inter*Nicht-binär*Tagung — Kurz TIN*TA! Sie findet am 19.09.2026 in Gifhorn statt. Tagsüber in der Kreis­volks­hoch­schule Gifhorn und abends im queeren Zentrum Spektrum.

Die TIN*TA soll vor allem ein Ort sein, an dem Menschen zusam­men­kommen können um ein Wochenende lang mit anderen TIN* Personen Community zu erleben. Es wird Inputs zu politi­schen und aktivis­ti­schen Themen aber auch kreative Workshops geben. Sie bietet die Möglichkeit in einer geschützten Atmosphäre Energie zu tanken.

Infos zu Barrieren (räumlich, finan­ziell oder indivi­duell)
— Die Teilnah­me­gebühr richtet sich danach, was du zahlen kannst und möchtest. Sie hilft die Tagung und die Referie­renden zu bezahlen.
— Die Veran­stal­tungsorte sind barrie­rearm. Sie sind mit dem Rollstuhl erreichbar und verfügen über barrie­rearme Toiletten
— Es werden ein Ruheraum sowie ein Aware­nessteam zur Verfügung stehen.
— Das Catering wird komplett vegeta­risch und vegan sein. Wenn du bestimmte Bedarfe bei deiner Ernährung (z.B. glutenfrei, Allergien und Unver­träg­lich­keiten) hast, sag uns gerne bei deiner Anmeldung Bescheid.
— Innerhalb der Räume wird während der Workshop­ver­an­stal­tungen kein Alkohol getrunken. Bei der Abend­ver­an­staltung am Samstag­abend gibt es die Möglichkeit Alkohol zu trinken.

Wenn du einen Schlaf­platz für eine Person zur Verfügung stellen kannst oder einen Schlaf­platz suchst, melde dich gern.

Das Programm wird in den kommenden Wochen veröf­fent­licht. Dann besteht auch die Möglichkeit sich anzumelden. Stay tuned!

Die TIN*TA entsteht in Koope­ration von

Queeres Netzwerk Gifhorn

Inter­ge­schlecht­liche Menschen Landes­verband Nieder­sachsen e.V.

Landes­fach­stelle Trans* und Landes­fach­stelle Inter* im Queeren Netzwerk Nieder­sachsen e.V.

Die TIN*TA wird gefördert aus  Mitteln des Nieder­säch­si­schen Minis­te­riums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleich­stellung.

Frühest­möglich zum 01.09.2026 suchen wir eine engagierte Person als

Referent*in für unsere Landes­fach­stelle Inter*

 

Die Landes­fach­stelle ist eine Koope­ration mit Inter­ge­schlecht­liche Menschen Landes­verband Nieder­sachsen e.V. (IMLVNDSeV).

Aufga­ben­spektrum

  • Entwicklung und Durch­führung von Infor­ma­tions- und Bildungs­ver­an­stal­tungen für Fachper­sonal, insb. aus dem Gesund­heits­wesen
  • Entwicklung und Veröf­fent­li­chung von Infor­ma­ti­ons­bro­schüren in Koope­ration mit relevanten Organi­sa­tionen
  • Entwicklung und Durch­führung von Kampagnen, die die Sicht­barkeit inter­ge­schlecht­licher Menschen in Nieder­sachsen erhöhen
  • Beratung von öffent­lichen Einrich­tungen und sonstigen Organi­sa­tionen
  • Öffentlichkeits‑, Netzwerk- und Gremi­en­arbeit
  • Intensive Zusam­men­arbeit und Absprache mit IMLVNDSeV

Gewünschtes Profil

  • Fachliche und Erfah­rungs­kom­pe­tenzen zur Lebens­wirk­lichkeit inter­ge­schlecht­licher Menschen
  • Erfahrung in der Netzwerk­arbeit mit unter­schied­lichen Organi­sa­tionen
  • Erfah­rungen in Projekt- und Öffent­lich­keits­arbeit, sowie Veran­stal­tungs­or­ga­ni­sation
  • Reise­be­reit­schaft, auch in Abend­stunden und am Wochenende
  • Struk­tu­riertes, selbst­stän­diges und zuver­läs­siges Arbeiten
  • Abgeschlossene Berufs­aus­bildung oder abgeschlos­senes Studium

Wir bieten:

  • Teilzeit­stelle 50%, Vergütung in Anlehnung an TV‑L E11
  • Selbst­stän­diges Arbeiten in einem motivierten Team und Verband
  • Flexible Arbeits­zeiten im Hannover Büro und mobil nach Absprache

So bewirbst du dich

Die Besetzung der Stelle erfolgt aufgrund der Förder­be­din­gungen zunächst befristet bis zum 31.12.26. Eine Verlän­gerung ist gewünscht und wird angestrebt.

 

Rückfragen zur Ausschreibung können Sie an Nico Kerski unter 0511–33658120 richten.

 

Wir freuen uns insbe­sondere über Bewer­bungen von inter­ge­schlecht­lichen Menschen und Angehö­rigen inter­ge­schlecht­licher Menschen und möchten ausdrücklich BIPoC, Menschen mit Flucht- und/oder Behin­de­rungs­er­fahrung, sowie Menschen, die von Mehrfach­mar­gi­na­li­sierung betroffen sind, zur Bewerbung
ermutigen.

 

Bitte senden Sie ihre Bewerbung unter Angabe des frühest­mög­lichen Beschäf­ti­gungs­be­ginns bis zum 31.05.26 per Mail an bewerbung@qnn.de.

 

Die Bewer­bungs­ge­spräche werden voraus­sichtlich am 10.06 und 17.06.26 statt­finden.

 

Gefördert durch das Nieder­säch­sische Minis­terium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleich­stellung.

 

In Koope­ration mit

IOC Policy on the Protection of the Female (Women’s) Category in Olympic Sport and Guiding Conside­ra­tions for Inter­na­tional Federa­tions and Sports Governing Bodies

Stand: Mai 2026

Am 26. März veröf­fent­lichte das Inter­na­tionale Olympische Komitee (IOC) eine neue Richt­linie für Sport­le­rinnen. Die Richt­linie mit dem Namen IOC Policy on the Protection of the Female (Women’s) Category in Olympic Sport and Guiding Conside­ra­tions for Inter­na­tional Federa­tions and Sports Governing Bodies regelt die Teilnahme an inter­na­tio­nalen Frauen-Wettbe­werben und gibt gleich­zeitig Empfeh­lungen für inter­na­tionale Verbände und Sport­fach­ver­bände. Um an olympi­schen Wettkämpfen teilnehmen zu dürfen, müssen sich Sport­le­rinnen nun einem Gentest unter­ziehen, der den Chromo­so­mensatz überprüft. Nur Sport­le­rinnen, die diese Überprüfung erfolg­reich absol­vieren, erhalten die Start­erlaubnis. Für alle anderen Sport­le­rinnen bedeutet dies ein Ausschluss.

Begründet wird dieser Schritt vom IOC mit dem Schutz der „Frauen-Kategorie“ vor „biolo­gi­schen Männern“, da diese einen angeb­lichen Leistungs­vorteil in Sport­arten und Diszi­plinen haben, bei denen es auf Kraft, Schnell­kraft und/oder Ausdauer ankomme. So soll die neue Richt­linie „Fairness, Sicherheit und Integrität im Spitzen­sport zuver­lässig gewähr­leisten“.

Die Teilnah­me­be­rech­tigung in der Frauen-Kategorie soll ab sofort auf Basis eines Scree­nings nach dem SRY-Gen vergeben werden, das in der Richt­linie als Beweis über das „biolo­gische Geschlecht“ gewertet wird. Biolo­gische Geschlechts­ent­wicklung kann jedoch nicht allein durch das SRY-Gen bestimmt werden. Der Entdecker des zu scree­nenden SRY-Gens Andres Sinclair selbst kriti­siert die Verwendung des Tests für die Zugangs­be­rech­tigung im Sport scharf: metho­disch sei der SRY-Test zu verein­facht und zudem fehler­an­fällig.

Die neue Richt­linie löst das 2021 verab­schiedete IOC Framework on Fairness, Inclusion, and Non-Discri­mi­nation on the Basis of Gender Identity and Sex Varia­tions 4 ab. Während das Framework auf drei grund­le­genden Werten der Olympi­schen Bewegung beruht – Fairness, Inklusion und Nicht-Diskri­mi­nierung – entfernt sich das IOC mit der neuen Richt­linie von die-sen Grund­werten des Sports. Statt­dessen behandelt das IOC Fairness und Inklusion als ge-gensätz­liche Prinzipien. Es repro­du­ziert und verstärkt damit genau die Spaltung, die das ur-sprüng­liche Framework als Problem beschrieb.

Grund­sätzlich wider­spricht die unein­ge­schränkte Annahme, dass allein das „biolo­gische“ Geschlecht für Leistungs­un­ter­schiede verant­wortlich ist, dem aktuellen wissen­schaft­lichen Konsens. Eine aktuelle Studie kommt zu dem Schluss, dass die derzei­tigen Erkennt­nisse zwar begrenzt sind, jedoch keine pauschalen Verbote recht­fer­tigen, die auf der Annahme beruhen, dass trans* Frauen gegenüber cis Frauen im Sport einen angebo­renen Vorteil hätten. Darüber hinaus ignoriert die Richt­linie, dass es mehr als zwei biolo­gische Geschlechter und Menschen mit Varianten der Geschlechts­ent­wicklung gibt. So ist in Deutschland seit 2019 der Geschlechts­eintrag ‚divers‘ oder ‚keine Angabe‘ möglich.

In der neuen Richt­linie beruft sich das IOC immer wieder auf vermeintlich eindeutige aktuelle wissen­schaft­liche Erkennt­nisse, aller­dings wird keine dieser Quellen referen­ziert. Weiterhin ist nicht nachvoll­ziehbar, wer Teil der Working Group war, wie diese gearbeitet hat und wie der Review­prozess des bishe­rigen Frame­works vonstat­tenging.

Als Queeres Netzwerk NRW und Queeres Netzwerk Nieder­sachsen beobachten wir diese Entwick­lungen kritisch. Die zugrunde gelegten Annahmen sind wissen­schaftlich nachweislich überholt und bergen erheb­liche Risiken: Denn verpflich­tende genetische Scree­nings greifen tief in die körper­liche Selbst­be­stimmung ein und können Stigma­ti­sierung, Diskri­mi­nierung und Ausgrenzung zur Folge haben. Sie reduzieren Geschlecht auf einen einzelnen biolo­gi­schen Marker und ignorieren geschlecht­liche Vielfalt sowie die Komple­xität geschlecht­licher Entwicklung und damit die Lebens­rea­li­täten von inter*, trans* und nicht-binären Menschen. Die Policy hat zudem eine erheb­liche Vorbild­wirkung über den Leistungs­sport hinaus: Sie setzt Standards und Narrative, die in den Breiten- und Vereins­sport ausstrahlen und damit auch in Deutschland konkrete Auswir­kungen auf die Teilhabe und Sicherheit queerer Menschen im Sport­alltag hat.

Zugleich unter­läuft die Regelung zentrale sport­ethische und menschen­recht­liche Prinzipien wie Teilhabe, Nicht-Diskri­mi­nierung und körper­licher Unver­sehrtheit. Statt Fairness zu stärken, repro­du­ziert sie ausschlie­ßende Struk­turen und biolo­gis­tische Verein­fa­chungen.

Als Queeres Netzwerk NRW und Queeres Netzwerk Nieder­sachsen fordern wir sowohl das IOC als auch inter­na­tionale Sport­ver­bände dazu auf, diese Richt­linie grund­legend zu überar-beiten und einen Rahmen zu entwi­ckeln, der wissen­schaft­liche Evidenz in Hinsicht auf ge-schlecht­liche Vielfalt ernst­nimmt und Menschen­rechte schützt.

Ab dem 14. April können queer­feind­liche Vorfälle in Nieder­sachsen erstmals über eine zivil­ge­sell­schaft­liche Melde­stelle dokumen­tiert werden. Das Queere Netzwerk Nieder­sachsen e.V. (QNN) startet mit der Melde- und Infor­ma­ti­ons­stelle Queer­feind­lichkeit (MIQ) ein Online­portal zur Erfassung queer­feind­licher Vorfälle. Ziel der Melde­stelle ist es, Ausmaß, Erschei­nungs­formen und Folgen von Queer­feind­lichkeit in Nieder­sachsen sichtbar zu machen und Betroffene dabei zu unter­stützen, passende Unter­stützung zu finden.

 

„Die steigende Zahl queer­feind­licher Angriffe ist ein Alarm­zeichen für unsere Gesell­schaft. Wenn Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orien­tierung oder geschlecht­lichen Identität angegriffen werden, betrifft das unser aller Werte­ver­ständnis und unser demokra­ti­sches Mitein­ander. Die Melde- und Infor­ma­ti­ons­stelle Queer­feind­lichkeit (MIQ) leistet hier einen wichtigen Beitrag, indem sie queer­feind­liche Vorfälle syste­ma­tisch dokumen­tiert und Betrof­fenen einen sicheren, anonymen Raum bietet, sich Gehör zu verschaffen. Die Arbeit von MIQ ist entscheidend, um das Ausmaß und die Folgen dieser Gewalt zu verstehen und gezielt darauf reagieren zu können. Wir müssen als Gesell­schaft zusam­men­stehen und diese Angriffe mit aller Entschlos­senheit bekämpfen“, betont Dr. Andreas Philippi, Nieder­säch­si­scher Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleich­stellung.

 

„Viele Vorfälle werden nicht angezeigt und bleiben unsichtbar. Mit der Melde­stelle schaffen wir eine niedrig­schwellige Möglichkeit, Erfah­rungen zu melden und zu dokumen­tieren“, sagt Lisa Kühn, Vorständin beim Queeren Netzwerk Nieder­sachsen. „Nur mit einem fundierten Lagebild können wirksame Präven­ti­ons­maß­nahmen entwi­ckelt werden.“

 

Über ein Online-Melde­for­mular sowie ein Melde­handy können queer­feind­liche Vorfälle aus ganz Nieder­sachsen gemeldet werden. Erfasst werden Online- und Offline-Vorfälle von diskri­mi­nie­renden Postings bis zu Gewalt­taten.

 

MIQ arbeitet dabei mit hohen Standards in Bezug auf Daten­schutz und Daten­si­cherheit und gewähr­leistet durch anonyme Meldewege einen besonders niedrig­schwel­ligen und sicheren Zugang für Betroffene. Die erfassten Meldungen werden ausge­wertet und einge­ordnet, um Entwick­lungen und Muster sichtbar zu machen. Damit soll ein realis­ti­sches Bild zur Sicher­heitslage queerer Menschen in Nieder­sachsen entstehen und eine Grundlage für Prävention, politische Maßnahmen und gesell­schaft­liche Aufklärung geschaffen werden.

 

Menschen, die nach einem queer­feind­lichen Vorfall Beratung oder Unter­stützung suchen, können im Rahmen der Vorfalls­meldung durch MIQ eine einmalige Verweis­be­ratung erhalten.

 

Auf Wunsch veröf­fent­licht MIQ kurze, anony­mi­sierte Schil­de­rungen einzelner Vorfälle in einer Vorfalls­auf­listung (Chronik) auf der Website. Diese sollen die Vielfalt queer­feind­licher Erfah­rungen sichtbar machen und gleich­zeitig die Perspek­tiven der Betrof­fenen respektvoll darstellen.

 

Die Melde- und Infor­ma­ti­ons­stelle Queer­feind­lichkeit wird durch das Nieder­säch­sische Minis­terium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleich­stellung gefördert und ermög­licht.

 

 

Presse­mit­teilung zum Download

 

Mehr zum Thema

 

Website der Melde- und Infor­ma­ti­ons­stelle Queer­feind­lichkeit (MIQ)

Mit unserem Queeren Neujahrs­empfang 2026 haben wir gemeinsam mit queerer Zivil­ge­sell­schaft, Politik und Verwaltung das neue Jahr begonnen. Der Abend stand im Zeichen von Austausch, politi­scher Einordnung und der Würdigung queeren Engage­ments – und zeigte einmal mehr, wie wichtig starke Netzwerke und verläss­liche Struk­turen für queere Menschen in Nieder­sachsen sind.

Politische Impulse und klare Erwar­tungen

In den Redebei­trägen des Vorstands wurde deutlich: Queer­po­litik ist in Nieder­sachsen kein Randthema mehr. Fortschritte wie die Förderung zentraler queerer Struk­turen über die Politische Liste des Sozial­mi­nis­te­riums – darunter die Melde- und Infor­ma­ti­ons­stelle Queer­feind­lichkeit (MIQ), Projekte für queere Geflüchtete und die Trans*Beratung – zeigen, dass Bedarfe wahrge­nommen werden. Gleich­zeitig wurde klar benannt, dass queere Arbeit langfristige Sicherheit braucht. Eine Verste­tigung der Mittel in der regulären Haushalts­planung bleibt eine zentrale Forderung.

Ein weiterer Schwer­punkt lag auf dem in diesem Jahr geplanten Queeren Landes­ak­ti­onsplan. Als Landes- und Fachverband verbinden wir damit klare Erwar­tungen: Ein Aktionsplan kann nur dann wirksam sein, wenn er mit ausrei­chenden Ressourcen hinterlegt wird und gemeinsam mit der queeren Zivil­ge­sell­schaft umgesetzt wird.

Ein Grußwort von Sophie Koch, Beauf­tragte der Bundes­re­gierung für die Akzeptanz sexueller und geschlecht­licher Vielfalt, ordnete die Diskus­sionen bundes­po­li­tisch ein und unter­strich die Bedeutung verläss­licher politi­scher Rahmen­be­din­gungen auf allen Ebenen.

Goldmarie 2026 – queeres Engagement sichtbar machen

Höhepunkt des Abends war die Verleihung der Goldmarie 2026, unserem queeren Preis für Fleiß und heraus­ra­gendes Engagement. Mit der Auszeichnung würdigen wir Menschen, die mit Ausdauer, Fachlichkeit und Herzblut queere Lebens­rea­li­täten sichtbar machen und Struk­turen nachhaltig stärken.

Die Goldmarie 2026 ging an Dr. Monika Brinker für ihr langjäh­riges Engagement in der queeren Bildungs­arbeit sowie an Amadeus Schwone für den Aufbau tragfä­higer queerer Community-Struk­turen im Landkreis Stade und im ländlichen Raum. Beide Preisträger*innen stehen beispielhaft für die Vielfalt und Wirksamkeit queeren Engage­ments in Nieder­sachsen.

Fotocredit: Tim Kirchhof
v.l.n.r. Amadeus Schwone, Sophie Koch und Monika Brinker
Musika­lische Begleitung durch Nina Freckles

Musik, Begegnung und Ausblick

Musika­lisch begleitet wurde der Abend von Nina Freckles, die mit eigenen Songs und queeren Hymnen den politi­schen Teil des Empfangs rahmte und in den infor­mellen Austausch überleitete.

Der Queere Neujahrs­empfang 2026 hat gezeigt: Queere Politik lebt vom Zusam­men­spiel aus Engagement, politi­scher Verant­wortung und solida­ri­scher Zivil­ge­sell­schaft – auf kommu­naler, Landes- und Bundes­ebene. Mit vielen guten Gesprächen, neuen Kontakten und gestärkten Bündnissen blicken wir gemeinsam in das neue Jahr.

Wir danken allen Gästen, Mitwir­kenden und Engagierten, die diesen Abend möglich gemacht haben und freuen uns auf alles, was wir 2026 gemeinsam bewegen werden.

Die Verleihung der Goldmarie 2026 fand im Rahmen des Queeren Neujahrs­empfang des QNN am 30.01.2026, im Alten Rathaus Hannover statt. Moderiert von Maximilian Horn aka Carrie Gold und musika­lisch begleitet von Nina Freckles verlieh Sophie Koch, Beauf­tragte der Bundes­re­gierung für die Akzeptanz sexueller und geschlecht­licher Vielfalt, die Goldmarie 2026 an folgende Personen.

Dr. Monika Brinker

V.l.n.r. Heike Schönenberg, Monika Brinker, Sophie Koch und Ursula Rosen

Dr. Monika Brinker engagiert sich seit vielen Jahren für die nachhaltige Veran­kerung geschlecht­licher und sexueller Vielfalt im Bildungs­be­reich. Als Lehrerin und Gewerk­schaf­terin verbindet sie pädago­gische Praxis, fachliche Expertise und struk­tu­relles Engagement.

Sie ist Mitbe­grün­derin des Landes­aus­schusses Queer in der GEW Nieder­sachsen und war zuvor bereits im Arbeits­kreis Queer aktiv. Ein zentraler Schwer­punkt ihrer Arbeit liegt in der Fortbildung von Lehrkräften: Dr. Monika Brinker entwi­ckelte ein praxis­nahes Fortbil­dungs­format, das sie regel­mäßig anbietet. Ergänzt wird dieses durch eine Broschüre, die konkrete Lösungs­an­sätze für heraus­for­dernde Situa­tionen im Schul­alltag aufzeigt.

Darüber hinaus war sie maßgeblich an der Entwicklung des Projekts „Schule der Vielfalt*– Nieder­sachsen“ beteiligt, dessen Bedeutung von der Landes­re­gierung anerkannt und mit perso­nellen Ressourcen ausge­stattet wurde. Als Mitglied des Organi­sa­ti­ons­teams der „Fachtagung Queere Pädagogik“ sorgt sie zudem dafür, dass diese jährlich in der Akademie Waldschlösschen statt­finden kann.

Abgerundet wird ihr Engagement durch ihre Mitwirkung im Queerchor Hannover, dem sie als Gründungs­mit­glied mit großer Leiden­schaft angehört. Dr. Monika Brinker steht für eine fachlich fundierte, verbin­dende und langfristig wirksame queere Bildungs­arbeit in Nieder­sachsen.

Amadeus Schwone

V.l.n.r. Lisa Aller, Patrick Tiedemann, Amadeus Schwone und Sophie Koch.

Amadeus Schwone engagiert sich seit vielen Jahren ehren­amtlich für Vielfalt, Prävention und Community-Arbeit. Seine Tätigkeit verbindet queere Sicht­bar­keits­arbeit mit langjäh­rigem Engagement in der Jugend- und Sport­arbeit.

Als Mitbe­gründer und 1. Vorsit­zender von QUEST – Queeres Stade e.V. hat Amadeus Schwone seit 2024 im Landkreis Stade eine tragfähige queere Infra­struktur aufgebaut, die weit in das ländliche Elbe-Weser-Dreieck ausstrahlt. Zentrales Element ist ein monat­licher queerer Stamm­tisch, der sich als verläss­licher Safer Space etabliert hat. Für viele queere Menschen ist QUEST der erste – und oft einzige – geschützte Ort in der Region.

Darüber hinaus trägt Amadeus Schwone die Haupt­ver­ant­wortung für die Organi­sation des Chris­topher Street Day in Stade, den er gemeinsam mit seinem Partner vor fünf Jahren wieder­belebt hat. Ergänzt wird dieses Engagement durch weitere Formate wie „Lichter­hafen – Gemeinsam statt einsam“, Drag Bingo, gemeinsame Teilnahmen an CSDs in anderen Städ-ten sowie eine konti­nu­ier­liche Öffent­lich­keits­arbeit.

Mit Empathie, Beharr­lichkeit und großem persön­lichen Einsatz schafft Amadeus Schwone Räume für Sicht­barkeit, Unter­stützung und Teilhabe – insbe­sondere dort, wo queere Angebote lange gefehlt haben.

Wir freuen uns verkünden zu können, dass das lange angestrebte Projekt “Trans*PARI — Peer-Ansätze in der Regio­nalen, Integrierten Trans*Gesundheitsversorgung und Beratung” in Zusam­men­arbeit mit der Justus-Liebig-Univer­sität Gießen und den Trans*Beratungen von Trans*LG, Trans*Beratung Weser-Ems, KuQ und Trans*Beratung Göttingen zum Jahres­beginn gestartet ist.

 

Ziel des Projekts ist die Unter­stützung der peer-fokus­sierten Trans*Beratung im Flächenland Nieder­sachsen einer­seits durch finan­zielle Möglich­keiten aber auch mittels Verbes­serung der Arbeits­be­din­gungen. Ergänzend arbeiten wir mit Wohlfahrt­ver­bänden zusammen, um die Verweis­kom­petenz in der Regel­ver­sorgung zu gewähr­leisten. Dies soll vor allem in ländlichen Regionen geschehen. Aus diesem Grund entsteht in Lüneburg die Innova­ti­ons­stelle des Projekts, die Arbeits­ab­läufe und Vernet­zungs­po­ten­tiale erprobt, um sie dann den anderen Trans*Beratungen zur Verfügung zu stellen. Um nachhaltige Verän­de­rungen ermög­lichen zu können, wird das Projekt wissen­schaftlich begleitet.

 

Die Projekt­leitung übernehmen für den prakti­schen Aspekt Robin Ivy Osterkamp und für den wissen­schaft­lichen Aspekt Dr. Folke Brodersen.

 

Projekt­laufzeit ist von 01.2026 — 06.2028. Weitere Infor­ma­tionen folgen. Bei Fragen oder Interesse an Zusam­men­arbeit steht die Projekt­leitung unter transpari@qnn.de zur Verfügung.

Im August 2025 hat die Arbeits­ge­mein­schaft der Wissen­schaft­lichen Medizi­ni­schen Fachge­sell­schaften e.V. (AWMF) die “S2k-Leitlinie Varianten der Geschlechts­ent­wicklung” veröf­fent­licht. Viele Organi­sa­tionen – unter ihnen mehrere Selbst­hil­fe­or­ga­ni­sa­tionen inter­ge­schlecht­licher Menschen – kriti­sieren diese Leitlinien als patho­lo­gi­sierend. So wird in der gesamten Leitlinie eine patho­lo­gi­sie­rende Sprache verwendet, z.B. wenn von Diagnosen geschrieben und somit Inter­ge­schlecht­lichkeit klar unter die Deutungs­hoheit der Medizin gestellt wird. Besonders gravierend sind die Opera­ti­ons­emp­feh­lungen für nicht­ein­wil­li­gungs­fähige Säuglinge und Kinder bei einigen körper­lichen Beson­der­heiten, verbunden mit der Verharm­losung („Korrektur“, „kleine Eingriffe“) dieser Opera­tionen. Dabei wird verschleiert, dass diese Opera­tionen oft rein kosme­tisch sind und keine medizi­nische Notwen­digkeit haben. Handlungs­leitend sei “ein gutes funktio­nelles Ergebnis im Sinne einer Miktion im Stehen und der Erekti­ons­fä­higkeit”. Damit sollen also die Opera­tionen an nicht­ein­wil­li­gungs­fä­higen Kindern gerecht­fertigt werden, obwohl sogar in der Leitlinie die hohen Kompli­ka­ti­ons­raten dieser Opera­tionen erwähnt wird. Es ist offen­sichtlich, dass mit dieser Begründung ein binär hetero­nor­ma­tives Weltbild gefestigt wird.

 

Die Laufrichtung der Leitlinie scheint klar zu sein: Weg von Selbst­be­stimmung und Empowerment, hin zu Patho­lo­gi­sierung und Normierung. Damit steht die Leitlinie im Konflikt mit dem sog. OP-Verbot (§1631e BGB „Behandlung von Kindern mit Varianten der Geschlechts­ent­wicklung“), das die Einwil­ligung in eine „Behandlung eines nicht einwil­li­gungs­fä­higen Kindes mit einer Variante der Geschlechts­ent­wicklung einzu­wil­ligen, die, ohne dass ein weiterer Grund für die Behandlung hinzu­tritt, allein in der Absicht erfolgt, das körper­liche Erschei­nungsbild des Kindes an das des männlichen oder des weiblichen Geschlechts anzugleichen“ verhindern soll.

 

In den letzten Jahren ist die Gesell­schaft einige wichtige Schritte in Richtung Anerkennung von inter­ge­schlecht­lichen Menschen und ihrer Körper gegangen. Es ist verheerend, dass diese Leitlinie nun einige Schritte zurück geht, anstatt sich klar zu einer Vielfalt der Körper und Geschlechts­iden­ti­täten zu bekennen.

 

Eine ausführ­liche Stellung­nahme zur Leitlinie wurde von Trans­In­ter­Queer e.V. veröf­fent­licht und auch vom Queeren Netzwerk Nieder­sachen e.V. unter­zeichnet: https://www.transinterqueer.org/wp-content/uploads/2026/01/Stellungnahme_LeitlinienVdG.pdf

 

Ein Gastkom­mentar zur Leitlinie aus dem Vorstand von Trans­In­ter­Queer e.V. ist zudem auf Queer.de erschienen: https://www.queer.de/detail.php?article_id=56598

Aus der Landes­ko­or­di­nation Inter* ist die Landes­fach­stelle Inter* geworden. Dabei hat sich gar nicht so viel geändert, sondern es geht eher um eine begriff­liche Anpassung. Die Anzahl der eigenen Fachver­an­stal­tungen (z.B. Workshops, Schulungen und Beratungen von Insti­tu­tionen) und damit die Fachstel­len­arbeit ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Zudem ist der Begriff Fachstelle geläu­figer und zeigt das Aufga­ben­profil deutlicher nach außen.

Sonst hat sich nicht viel geändert: Noch immer ist die Landes­fach­stelle Inter* eine Koope­ration von Inter­ge­schlecht­liche Menschen Nieder­sachsen e.V. und dem Queeren Netzwerk Nieder­sachsen e.V. Das Team hat sich etwas erweitert: Haupt­be­ruflich aktiv sind Michael Rogenz für die Fachstel­len­arbeit und außerdem Flo Däbritz für die Inter* Peerbe­ratung und die Fachstel­len­arbeit.

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