Geschlechtliche Vielfalt in der Gesundheitsversorgung

Mit wachsender Akzeptanz in unserer Gesellschaft werden trans* und inter* Personen, also Menschen, die nicht der klassischen Vorstellung von männlich oder weiblich entsprechen, immer sichtbarer. Während diese Personengruppe auch um mehr rechtliche und gesellschaftliche Anerkennung kämpfen, ist ein Thema für trans* und inter* Menschen ganz zentral: das der Gesundheitsversorgung. Dazu zählt nicht nur die Endokrinologie, die Hormonpräparate bereitstellt oder die Geburtshilfe, die eine Intergeschlechtlichkeit feststellt. Menschen mit ganz unterschiedlichen Körpern und Geschlechtlichkeiten benötigen wie alle anderen auch, die Regelversorgung in Krankenhäusern, niedergelassenen Praxen oder nehmen andere Angebote im Rahmen der Gesundheitsversorgung in Anspruch. Dort erleben sie oftmals, dass das medizinische Personal nur wenig über ihre Körper und Bedürfnisse weiß, wodurch sie immer wieder Diskriminierung ausgesetzt sind.

Gleichzeitig sind trans*, inter* und nicht-binäre Personen von erhöhten Gesundheitskrisen betroffen, denn Diskriminierung und Minderheitenstress machen krank! Die wenigen Studien dazu zeigen, dass trans*, inter* und nicht-binäre Personen geringere Chancen auf ein gesundes Leben und ein erhöhtes Risiko von psychischen Erkrankungen haben. Die Kombination von erhöhtem Gesundheitsrisiko, erschwertem Zugang zum Gesundheitssystem, sowie Vorbehalte aufgrund negativer eigener und/oder historischer Erfahrungen ist hochgradig problematisch.

Mit diesem Fachtag zu geschlechtlicher Vielfalt in der Gesundheitsversorgung wollen der Verein intergeschlechtliche Menschen e.V., die Landeskoordination Inter* und die Landesfachstelle trans* im Queeren Netzwerk Niedersachsen e.V., die Koordinationsstelle LSBTI* der Stadt Braunschweig und der Verein für sexuelle Emanzipation e.V. dazu anregen, Wissen zu trans* und inter* Personen für medizinisches Personal verschiedenster Fachrichtungen verfügbar zu machen. Eingeladen sind alle Menschen aus dem medizinischen Bereich, egal, ob Sie bereits Kontakt mit trans* und/oder inter* Personen in Ihrem Beruf hatten oder nicht.

Zudem wollen wir die Vernetzung auch unter Behandelnden anregen und Ihnen die Chance geben mit queeren Vereinen des Landes Niedersachsen auf dem Markt der Möglichkeiten in Kontakt zu kommen, um Fragen zu stellen, die Sie auch im persönlichen Kontakt zu trans* und inter* Patient*innen haben könnten.

Aufgrund der begrenzten Plätze in den Workshops bitten wir um zeitnahe Anmeldung.

Fortbildungspunkte für Ärzt*innen und Therapeut*innen vorbehaltlich der Genehmigung der Ärztekammer Niedersachsen

Die Veranstaltung findet im Rahmen einer 2G-Regelung statt.

Programm

Zu Beginn der Veranstaltung heißen Sie Charlotte Wunn (Intergeschlechtliche Menschen e.V.), Dr. Christine Arbogast (Sozialdezernentin der Stadt Braunschweig) sowie Heiger Scholz (Staatssekretär Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung) am Veranstaltungsort willkommen.

Geschlechtliche Vielfalt und Individualität ist mittlerweile gesellschaftlich breit Thema geworden. Es ist nun von Selbstbestimmung die Rede, der in den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen Rechnung getragen werden soll. Das gilt für den pädagogischen Bereich ebenso wie für den gesundheitlich-medizinischen. Damit verbinden sich Anforderungen, bewährte Beratungs- und Behandlungsformate so anzupassen, dass sie der geschlechtlichen Selbstbestimmung der Ratsuchenden Rechnung tragen und sie im besten Fall sogar fördern. Bedeutsam ist hierfür Offenheit und Selbstreflexion, zudem ist differenziertes Wissen erforderlich. Als Ausgangspunkt des Fachtags wenden wir uns den gesellschaftlichen Veränderungen zu und reflektieren die verschiedenen Dimensionen von Geschlecht.

Heinz-Jürgen Voß, Dr. phil., Dipl.-Biol., hat eine Professur für Sexualwissenschaft und Sexuelle Bildung an der Hochschule Merseburg inne und ist Studiendekan*in des Fachbereichs Soziale Arbeit. Medien. Kultur. Zuletzt veröffentlichte Voß „The Intricacy of the Human Sexes“, die englische Übersetzung des Klassikers „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“.

In der Pause können Sie sich mit anderen Teilnehmenden vernetzen oder unseren Markt der Möglichkeiten besuchen.

Da die meisten Menschen immer noch davon ausgehen, dass eine Person entweder männlich oder weiblich ist,  basiert auch das deutsche Gesundheitswesen bis heute weitgehend auf einer binären Vorstellung von Geschlecht. Das ist ein Problem für Menschen, die aufgrund ihrer angeborenen Körpermerkmale nicht eindeutig männlich oder weiblich zugeordnet werden können (intergeschlechtliche Menschen), die sich mit einem anderen Geschlecht identifizieren, als dem ihnen bei der Geburt aufgrund eindeutig erscheinender Körpermerkmale zugeordnete (transgeschlechtliche Menschen) oder die sich in keine Geschlechtskategorie einordnen (nichtbinäre Menschen). Diese drei Gruppen erhalten bis heute nicht immer eine bedarfsgerechte medizinische Betreuung. Manche erleben Diskriminierung in Krankenhäusern, Arztpraxen und anderen medizinischen Einrichtungen oder stehen aufgrund traumatischer frühkindlicher Erfahrungen dem medizinischen System kritisch gegenüber.

Der Vortrag von Ursula Rosen wirft einen Blick auf aktuelle Studienergebnisse  zur gesundheitlichen Situation von intergeschlechtlichen, nichtbinären und transidenten/transgeschlechtlichen Menschen und stellt vier Projekte vor, die vom Bundesministerium für Gesundheit bzw. dem Innovationsausschuss  gefördert werden und die Gesundheitsversorgung von intergeschlechtlichen, nonbinären und transgeschlechtlichen Menschen verbessern sollen.

Ursula Rosen ist Zweite Vorsitzende und Bildungsbeauftragte von Intergeschlechtliche Menschen e.V. , freiberufliche Referentin für geschlechtliche Vielfalt und Autorin.
Sie arbeitet im Projekt DSDCare mit und ist Mitglied des Fachbeirates von InTraHealth.

Erfahrungsberichte aus der Gesundheitsversorgung von Charlotte Wunn und Robin Ivy Osterkamp

Beschreibung folgt

In der Mittagspause haben Sie Zeit, sich mit einer warmen Suppe vom Bistro Klinikum Braunschweig zu stärken, sich mit den anderen Teilnehmenden auszutauschen oder unseren Markt der Möglichkeiten zu besuchen.

In der ersten Workshoprunde können Sie an einem der fünf angebotenen Workshops teilnehmen. Die selben Workshops finden in der zweiten Workshopphase ein weiteres Mal statt.

Die Workshopbeschreibungen finden Sie in der Auflistung rechts.

In der Pause können Sie sich mit anderen Teilnehmenden vernetzen oder unseren Markt der Möglichkeiten besuchen.

In der zweiten Workshoprunde werden die fünf Workshops, die bereits in Runde eins stattfanden noch einmal wiederholt, um Ihnen die Möglichkeit zu geben auch an sonst paralell stattfindendenden Workshops teilzunehmen.

Die Beschreibungen der Workshops finden Sie in der Liste rechts.

In der Pause können Sie sich mit anderen Teilnehmenden vernetzen oder unseren Markt der Möglichkeiten besuchen.

Der Abschluss des Fachtages bietet eine Podiumsdiskussion mit fünf der Workshopleitenden, sowie Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß. Hier werden aktuelle Fragen der Medizin und Ethik aufgegriffen und diskutiert. So können die Teilnehmenden Antworten aus verschiedenen Perspektiven zu den am Fachtag gesammelten Fragen bekommen.

An der Podiumsdiskussion nehmen teil:

  • Annette Güldenring
  • Alexander Hahne
  • Cornelia Kost
  • Charlotte Ariane Krumbholz
  • Ulrike Roth
  • Katinka Schweizer
  • Heinz-Jürgen Voß

Workshops

In diesem Workshop wollen wir uns in die Situation werdender Eltern hineinversetzen, die in der Regel nicht darauf eingestellt sind, ein Kind mit einer Variante der Geschlechtsentwicklung zu bekommen. Geburtsanzeigen, die freudig die Geburt eines intergeschlechtlichen Kindes berichten, sind bislang rar. „Hurra ein Mädchen, Hurra ein Junge, Hurra ein Interkind“.

Das fehlende Wissen über Varianten der Geschlechtsentwicklung und Intergeschlechtlichkeit, das trotz der rechtlichen Errungenschaften der vergangenen zehn Jahre (Personenstandsrecht und „Operationsverbot“) weiterhin besteht, stellt ein großes Problem in Fachkreisen und der Allgemeinbevölkerung dar. Unter den Begriffen „Varianten der Geschlechtsentwicklung“ (VdG) und Intergeschlechtlichkeit (Inter*) werden angeborene Erscheinungsformen zusammengefasst, bei denen die körperlichen Geschlechtsmerkmale (Chromosomen, Organe, Hormone) nicht den Geschlechtsnormen von männlichen oder weiblichen Körpern entsprechen. Studien und Erfahrungsexpert_innen haben auf die Notwendigkeit der Verbesserung von Beratung und psychosozialer Unterstützung schon in der vorgeburtlichen Begleitung von Schwangeren, auf Geburtsstationen und in der weiteren medizinischen und psychosozialen Betreuung von Familien mit einem intergeschlechtlichen Kind hingewiesen.

In diesem Workshop  wird der familiäre, therapeutische und medizinische Umgang mit intergeschlechtlichen Kindern thematisiert. In einem kurzen Input werden einige Aspekte dieser Thematik dialogisch und aus zwei Perspektiven, aus der Sicht einer Mutter eines Kindes mit einer Variante der Geschlechtsentwicklung und aus Sicht einer Tiefenpsychologin und Sexualwissenschaftlerin vorgestellt.  Danach wollen wir mit den Teilnehmenden gemeinsam überlegen, wie bei der vorgeburtlichen Betreuung der Familien und in der weiteren medizinischen und therapeutischen Versorgung im Spannungsfeld zwischen Selbstbestimmungsrecht und Normalitätswünschen, Ängsten und Sorgen der Familien und dem Wunsch des medizinischen Fachpersonals nach guter Betreuung ein Weg gefunden werden kann, mit intergeschlechtlichen Kindern und ihren Familien leitliniengerecht und sensibel umzugehen.

Katinka Schweizer ist Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Medical School Hamburg, Tiefenpsychologin, Supervisorin und aktuell Erste Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung. Zuletzt veröffentlichte sie u.a. den Beitrag „‚Weiblich, männlich, divers‘. Anerkennungsprozesse bei körperlichen Varianten der Geschlechtsentwicklung/Intersex“ (Psyche 2021; 75: 402–432).

Ursula Rosen ist Zweite Vorsitzende und Bildungsbeauftragte von Intergeschlechtliche Menschen e.V.. Sie ist Autorin des Fachaufsatzes „Bedarfe von Eltern intergeschlechtlicher Kinder und Jugendlicher“ in: Groß/Niedenthal (Hrsg.), Geschlecht: divers. Die „Dritte Option“ im Personenstandsgesetz – Perspektiven für die Soziale Arbeit, transcript Verlag 2021

Das Modell einer transpositiven ärztlichen Haltung in der Gesundheitsversorgung wurde bereits 1918 von Magnus Hirschfeld publiziert und 2017 von Manfred Herzer als „lebensreformerische Heilbehandlung“ bezeichnet. Die Medizin nach Hirschfeld war aber nicht in der Lage, die Erkenntnisse im Sinne von Hirschfeld aufzugreifen und in ihrer Bedeutung zu verstehen, geschweige denn umzusetzen. Anstatt dessen durchschritt sie eine nahezu 100-jährige Episode, um sich mit den eigenen Irritationen und Verunsicherungen in der Konfrontation mit geschlechtlicher Varianz auseinanderzusetzen. Medizinisch-psychologische Konzepte zielten weit an den Bedarfen von gendervarianten Lebensformen vorbei, die eigene therapeutische Rolle und Wirksamkeit war nicht kritisch reflektiert und zudem von einer immanenten Diskriminierungspotenz gegenüber sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten dominiert. Das hat zu einem fatalen Vertrauensbruch zwischen Behandlungssuchenden und Behandelnden geführt. Für Medizin/Psychologie bedeutet es eine immense Herausforderung, diese historisch gewachsenen Verfehlungen zu reflektieren und abzubauen. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Eine offen geführte Aufarbeitung der eigenen Medizinhistorie und Benennung des gesundheitlichen Schadens, der trans Personen angetan worden ist, steht noch aus.

Erst unter Partizipation von gendervarianten Expert_innen in Wissenschaft, Gesellschaft und Politik und unter zunehmenden Einfluss der Community ist seit ca 15 Jahren ein Wandel in der Transgendergesundheitsversorgung zu beobachten. Dabei geht es auch – wie in der S3 AWMF-Leitlinie aus 2018 betont – darum, dass Medizin und Psychologie das gewachsene Misstrauen reflektieren, ernst nehmen und reduzieren. Dabei ist eine sichere gendersensible, ärztliche/psychologische Haltung Voraussetzung für die Effizienz bedarfsorientierter Behandlungsansätze, an denen es in der Transgendergesundheitsversorgung so mangelt.

Der Workshop möchte deshalb medizinhistorische und sozialwissenschaftliche Aspekte zu Gendervarianz und die aktuellen sowohl psychologischen als auch somatomedizinischen Behandlungsvarianten vorstellen. Darauf aufbauend möchte mit Ihnen in einen lebhaften Austausch finden, in dem die eigene Position in der Behandlungsrolle erfahren, reflektiert und austariert werden soll. Der Workshop wartet also auf Ihre Bereitschaft und Lust, sich offen, ergebnisoffen und selbstreflexiv zu dieser Thematik auszutauschen.

Teilnehmer_innenzahl maximal 15

Annette Güldenring leitet als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie die Transgenderambulanz am WKK Heide. Sie ist zweite Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung und Mitarbeiterin im Referat sexuelle Orientierungen und Identitäten in Psychiatrie und Psychotherapie der DGPPN. Zahlreiche Publikationen, Vorträge und Workshops zu Thema Transsexualität/Transidentität/Geschlechtsinkongruenz. Sie ist seit 1979 aktiv in der Transgenderbewegung, war Anfang der 80iger Herausgeberin der EZKU – „Zeitschrift von Transsexuellen für alle Terraner“.

Wir sollten behutsam sein mit dem Geschlecht anderer Menschen, mit dem, was wir meinen, was sie sind, mit unseren Vorstellungen zu Körpern, mit dem Wunsch nach Schutz. Wer definiert Zugehörigkeit? Welche Körper haben Schutz verdient? Wer ist sichtbar? Wen sehen wir nicht?

Inter- und transgeschlechtliche Kinder existieren. Sie sind kein Phänomen unseres Internet-Zeitalters, es gab sie zu allen Zeiten. Wenn ein Kind mitteilt, dass es unter geschlechtsspezifischer Dysphorie leidet, liegt dies nicht daran, dass es von anderen Kindern vom „trans Virus“ angesteckt wurde oder weil es „trendy“ ist. Die weitaus wahrscheinlichste Erklärung ist, dass es einfach unter einer Dysphorie des Geschlechts leidet. Inter*menschen haben ihre ganz eigene geschlechtliche Identitätsentwicklung. Sie verorten sich eher weiblich, männlich, als etwas dazwischen oder etwas ganz anderes. Eins können sie auf jeden Fall nicht: einfach ein Klischee bedienen. Von daher sind sie vor die Herausforderung gestellt, in einer Welt voll Binarität und Hellblau-Rosa-Denken zu sich zu finden und sich selbst treu zu bleiben. Gerade Trans* und Inter* Kinder und Jugendliche müssen deswegen ernst genommen werden mit dem, wie sie sich geschlechtlich verorten. Sie brauchen einen Raum, um ihr Geschlecht zu erforschen und um herauszufinden, wer sie wirklich sind.

Julia Gerasch und Cornelia Kost geben einen Überblick über die aktuelle Diskussion und Situation inter- und transgeschlechtlicher Kinder und Jugendlichen und deren Behandlung.

Cornelia Kost ist Psychologische Psychotherapeutin und hat im Wahlfach Sexualwissenschaft studiert und ist, nach ihrem Diplom 1992, anerkannte Gutachterin im TSG-Verfahren. Seit 1994 arbeitet sie bei Therapiehilfe gGmbH in der Suchtkrankenhilfe. Seit 2019 leitet sie mit „4be-TransSuchtHilfe“ bundesweit die erste Suchtberatungsstelle mit dem Schwerpunkt geschlechtsdiverse Menschen. Sie engagiert sich als trans Frau in der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V. und im VLSP* – Verband für lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, intersexuelle und queere Menschen in der Psychologie e.V..

Julia Gerasch (Förderschullehrerin) ist seit 2017 ehrenamtlich tätig als Vorsitzende des Vereins Intergeschlechtliche Menschen Landesverband Niedersachsen e.V. Sie engagiert sich seit 2010 in der bundesweiten Selbsthilfe intergeschlechtlicher Menschen und unterstützt seit 2017 als qualifizierte Peer-to-Peer-Beraterin intergeschlechtliche Menschen sowie Eltern intergeschlechtlicher Kinder und Jugendlicher. Sie stand als Mitwirkende in der Theaterproduktion „Adam, Eva und ich“ der Fräulein Wunder AG seit 2015 in zahlreichen Auftritten auf der Bühne und ist nun auch bei der daraus entwickelten Lesung „Inter* Leben zwischen den Geschlechtern“ als Performerin dabei. Ihr Anliegen ist ein aufgeklärter und menschengerechter Umgang mit dem noch heute tabuisierten Thema der Intergeschlechtlichkeit.

Charlotte Ariane Krumbholz möchte die Thematik Geschlechtervielfalt (Trans*, Inter*, non-binär, geschlechtlich Queer) im Kontext Charité als Arbeitgeberin, Ausbildungsstätte sowie medizinischer und wissenschaftlicher Einrichtung beleuchten. Wie kann die Charité ein möglichst diskriminierungsfreier Raum für geschlechtliche Vielfalt werden?

Christian Wichers Beitrag wird aus Sicht eines niedergelassenen Arztes in der Trans*Gesundheitsversorgung und den Aspekten der Vernetzungsmöglichkeiten vor Ort (Queeres Gesundheitsnetzwerk Hannover) sein mit dem Ziel einer interdisziplinären Gesamtversorgung von trans*, inter* und queeren Patient*innen

In diesem Workshop werden Einblicke in dir relevanten Themen und Anliegen der sexuellen Gesundheit für trans*, nicht-binäre und inter* Menschen gegeben. Mögliche Bedarfe von trans*, nicht-binäre und inter* Menschen in der Präventionsberatung werden exemplarisch aufgezeigt und gemeinsam diskutiert. Die Perspektive ist eine lustvolle und sexualitätsbejahende, zugleich traumasensible und inklusive. An Hand von mitgebrachten Fallbeispielen nähern wir uns dem Themenfeld an. Eigene Fallbeispiele können gerne eingebracht werden. Der Workshop ist offen für alle. Erste Erfahrungen mit dem Thema trans*, nicht-binäre und inter* sind wünschenswert.

Alexander Hahne (er), schwuler trans Mann, Sexualpädagoge (gsp), Sexological Bodyworker (ISB), Tänzer und pleasure Aktivist. Gruppen und Einzelbegleitungen rund um die Themen Körperwahrnehmung, Intimität und Sexualität. Referent für trans spezifische Sensibilisierungsarbeit für sexuelle Gesundheit, sowie Herausgeber von Publikationen zum Thema Sexualität und trans* und nicht-binäre Körper. Weitere Informationen sind unter www.alexanderhahne.com zu finden.

Trans*, nicht binäre und inter* Menschen stoßen auf vielfältige Barrieren im Gesundheitssystem. In der geburtshilflichen Versorgung, einem häufig extrem vergeschlechtlichten Bereich der Medizin, gibt es besonders viele Situationen, wo strukturelle, rechtliche und individuelle Diskriminierung geschieht. In einer Lebensphase, die von sich aus schon viele Veränderungen, Unsicherheiten und Herausforderungen mit sich bringt, werden trans*, nicht binäre und inter* Menschen nicht ausreichend unterstützt und versorgt.

In diesem Workshop werden die Ergebnisse einer Studie zu Diskriminierungserfahrungen und Verbesserungsbedarfen in der geburtshilflichen Versorgung vorgestellt und davon ausgehend gemeinsam Ideen entwickelt, wo wir in den Strukturen (Kreißsälen, Geburtshäusern, Praxen) und in unserer eigenen Arbeitsweise Veränderungen anregen können, um trans*, nicht binäre und inter* Menschen in der Geburtshilfe mitzudenken und eine sichere, selbstbestimmte und positive Geburtserfahrung für alle Menschen zu ermöglichen.

Dr. med. Ulrike Roth ist Ärzt*in in Weiterbildung im Bereich Gynäkologie und Geburtshilfe und zur Zeit in der Klinik tätig. Darüber hinaus unterrichtet Dr. Roth im Studiengang Hebammenwissenschaften an der Evangelischen Hochschule Berlin und ist Teil des Netzwerkes Queere Schwangerschaften.

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