Nach einem Jahr inten­siver Planungs­arbeit war es am 23.04.2022 endlich so weit: Rund 30 Teilneh­mende haben sich zum Fachtag „Geschlecht­liche Vielfalt in der Gesund­heits­ver­sorgung” im Bildungs- und Veran­stal­tungs­zentrum des Klinikums Braun­schweig einge­funden. Der Fachtag war eine Koope­ration von Inter­ge­schlecht­liche Menschen e.V. (IMeV), der Koordi­na­ti­ons­stelle LSBTI der Stadt Braun­schweig, dem Verein für Sexuelle Emanzi­pation, SCHLAU Braun­schweig sowie der Landes­fach­stelle Trans* und der Landes­ko­or­di­nation Inter* im Queeren Netzwerk Nieder­sachsen. Dank der Bandbreite der Organi­sie­renden gelang es, verschiedene Themen der TIN-Gesund­heits­ver­sorgung mit einschlä­gigen Referie­renden zu disku­tieren. Der Fokus lag auf der Sensi­bi­li­sierung für trans* und nicht-binäre, sowie für inter* Belange in der Gesund­heits­ver­sorgung. Einge­laden waren Personen aus dem medizi­ni­schen und Gesund­heits­be­reich, z.B. Therapeut*innen, Ärzt*innen und Krankenhaussozialarbeiter*innen. Insbe­sondere dieser inter­dis­zi­plinäre Austausch machte die Veran­staltung zu einem vollen Erfolg! 

 

Das Programm wurde mit Grußworten von Charlotte Wunn, erste*r Vorsitzende*r von IMeV, Heiger Scholz, Staats­se­kretär des Nieder­säch­si­schen Minis­te­riums für Soziales, Gesundheit und Gleich­stellung sowie Martin Klock­gether, Fachbe­reichs­leiter Gesundheit und Soziales der Stadt Braun­schweig, eröffnet. Den thema­ti­schen Einstieg gab Heinz-Jürgen Voß von der Hochschule Merseburg mit einer Keynote zur Frage, was Geschlecht eigentlich ist und wie die Situation von trans*, inter* und nicht-binären Personen in Deutschland derzeit aussieht. Hierbei stellte er zu einem die biolo­gische Realität geschlecht­licher Vielfalt in den Vorder­grund, legte aber auch dar, dass trans*, inter* und nicht-binäre Menschen mit starken gesell­schaft­lichen Wider­ständen konfron­tiert sind. Vor allem in Bezug auf die hohen Raten von Selbst­ver­letzung und Suizid(versuchen) formu­liert Voß die Frage „Wie kann eine Gesell­schaft sich weiter­ent­wi­ckeln, damit auch trans* und inter* Personen sich vorstellen können in ihr zu leben?“. 

 

Ursula Rosen, zweite Vorsit­zende von IMeV und Robin Ivy Osterkamp von der Landes­fach­stelle Trans* im QNN widmeten sich der Frage, ob ein Paradig­men­wechsel in der Betrachtung von geschlecht­licher Vielfalt in der Gesund­heits­ver­sorgung abzusehen ist oder sogar schon statt­findet. Dazu stellten sie aktuelle Studien und Projekte vor die sich der Gesundheit von trans*, inter* und nicht-binären Menschen widmen. Hierbei fiel der Blick auf die gesell­schaftlich steigende Akzeptanz von trans*, inter* und nicht-binären Personen, aber auch auf den Abbau der Patho­lo­gi­sierung in Form von libera­leren Leitlinien, Verän­de­rungen von Bezeich­nungen sowie Reeva­luation der Behand­lungs­be­dürf­tigkeit. Leider mangelt es in vielen Bereichen der Gesund­heits­ver­sorgung noch immer an Wissen von und über trans*, inter* und nicht-binäre Personen. Dadurch entstehen lange Reisen zu Spezialist*innen, Warte­zeiten sowie Druck und Ablehnung in allen Bereichen des Gesund­heits­systems. Das führt dazu, dass sich diese Menschen in medizi­ni­schen Kontexten nicht sicher fühlen und sie meiden. Diese Vermei­dungs­stra­tegie bezahlen viele trans*, inter* und nicht-binären Menschen mit ihrer Gesundheit. Die Unsicher­heiten und Grenz­ver­let­zungen im Gesund­heits­system schil­derten Charlotte Wunn, Robin Ivy Osterkamp und Anjo Kumst von IMev in persön­lichen Erfah­rungs­be­richten. Leider ist die Medizin weiterhin oft binär gedacht und alles was nicht in diese engen Defini­tionen passt, wird schnell patho­lo­gi­siert und soll normiert werden. Deshalb fällt das Plädoyer eindeutig aus:  Mediziner*innen müssen Menschen in ihrer Indivi­dua­lität, ihren Bedürf­nissen und Wissen über den eigenen Körper ernst nehmen. 

 

Nach einer Mittags­pause gingen die Teilneh­menden in zwei Workshop­p­hasen, in denen sie die Chance hatten, sich in sechs verschie­denen Workshops weiter­zu­bilden. In diesen Workshops ging es bspw. um den adäquaten Umgang mit jungen trans* und inter* Personen, mit Eltern von inter­ge­schlecht­lichen Kindern, queeren Schwan­ger­schaften aber auch um die sexuelle Gesundheit von trans*, inter* und nicht-binären Menschen. In einer abschlie­ßenden Podiums­dis­kussion disku­tierten die Referie­renden zur Frage: “Was brauchen wir für eine ideale Gesund­heits­ver­sorgung von trans*, inter* und nicht-binären Menschen?”. Fazit war, dass wir stets zweigleisig fahren müssen: Auf der einen Seite müssen mit Regeln, Verord­nungen, Leitlinien und Gesetzen trans*, inter* und nicht-binäre Menschen geschützt werden. Aber das alleine genügt nicht, sondern es braucht einen umfas­senden Sinnes­wandel mit einer Entpa­tho­lo­gi­sierung, sowie ein weiteres Streiten um gesell­schaft­liche Akzeptanz.  

 

In den nächsten Wochen wird eine ausführ­liche Dokumen­tation des Fachtages folgen. 

 

Die Veran­staltung wurde von der BARMER, dem Verein Nieder­säch­si­scher Bildungs­in­itia­tiven, Inter­ge­schlecht­liche Menschen e.V., dem Queeren Netzwerk Nieder­sachsen e.V. und vom Nieder­säch­si­schen Minis­terium für Soziales, Gesundheit und Gleich­stellung gefördert. 

Am 30.09. und 01.10.2022 haben sich über 60 Teilneh­mende zur vierten nieder­säch­si­schen Trans*Tagung getroffen. Die Veran­staltung fand dieses Jahr in Lüneburg und mit der tatkräf­tigen Unter­stützung des Trans*LG  statt.

 

Die Tagung wurde am Freitag­abend mit dem Film „Trans – I Got Life“ einge­läutet. Der Film portrai­tiert mehrere trans* Personen mit ihren alltäg­lichen Problemen und indivi­du­ellen Lebens­läufen. Die Filmvor­führung  fand im SCALA Programmkino statt und wurde von vielen Inter­es­sierten besucht. Nach dem Kinofilm lud der Trans*LG die Teilneh­menden zu einem entspannten Pizza-Abend im Check­point Queer ein.

 

Der Samstag wurde mit Grußworten Pascal Mennen, Mitglied des Stadtrats Lüneburg, und der Gleich­stel­lungs­be­auf­tragten Lüneburgs Karin Fischer, eröffnet. Den inhalt­lichen Einstieg gestaltete Caro Moritz Lemke mit der Keynote, die den Titel „Trans* Dasein ist politisch“ trug. Hierbei gab Caro Moritz den Teilneh­menden Raum, die trans*feindlichen Gescheh­nisse der letzten Zeit, wie bspw. den Tod von Malte in Münster zu betrauern. They erinnerte jedoch auch daran, dass trans* Personen Teil von Commu­nities  sind, die eine wichtige Ressource in schweren Zeiten sein können, auf die ohne zu zögern zurück­ge­griffen werden sollte. Xier hob dabei vor allem die positiven Aspekte des Trans*Seins hervor und ermutigte die Teilneh­menden, sich Auszeiten zu nehmen und auf sich selbst zu achten.

 

Im Anschluss an die Keynote fanden vier Workshops zu verschie­denen Themen statt. Çağan Tan leitete eine kurze Einführung in die Selbst­ver­tei­digung. Freyja Pe* von Rüden und Doro* Giesche-von Rüden erläu­terten die Unter­schiede und Gemein­sam­keiten von trans* und inter* Personen sowohl innerhalb ihrer Commu­nities als auch in ihren politi­schen Kämpfen. Cornelia Kost behan­delte in ihrem Workshop das pseudo-wissen­schaft­liche Phänomen der sogenannten „Rapid Onset Gender Dysphoria“ und erläu­terte, warum das Narrativ von „trans* als Trend“ keine Grundlage hat. Fabian Masch gab den Teilneh­menden in seinem Workshop einen Einblick in die Erleb­niswelt von Angehö­rigen von trans* Personen.

 

In einer langen Mittags­pause konnten sich die Teilneh­menden vernetzen, neue Kontakten knüpfen und alte Bekannt­schaften pflegen.

 

Die zweite Workshop­runde beinhaltete drei verschie­denen Workshops. In dem Workshop zur Steigerung des Selbst­wert­ge­fühls zeigte Daniel Masch auf, wie trans* und nicht-binäre Personen mit der eigenen inneren Abwertung  umgehen können. K* Stern lud zu einem Workshop zum Thema Bezie­hungen ein, in dem vor allem die eigenen Bedürf­nisse der Teilneh­menden in verschie­denen Bezie­hungs­kon­texten erkundet werden konnten. Der Workshop von Tina Tusch eröffnete den Teilneh­menden die Möglichkeit, die Wirkung der eigenen Stimme zu erkunden und sich mit der womöglich daraus resul­tie­renden Dysphorie ausein­an­der­zu­setzen.

 

Karu-Levin Grunwald-Delitz schloss die Veran­staltung thema­tisch mit Texten aus dem eigenen Buch „von sie. Zu er. Zu mir. Wege der Trans­ge­schlecht­lichkeit“ ab. Der Trans*LG lud anschließend  zu einem Barabend im Check­point Queer ein, um die Veran­staltung ausklingen zu lassen.

 

Wir bedanken uns bei allen, die teilge­nommen haben und freuen uns auf die Trans*Tagung im nächsten Jahr.  

Ankündigung Trans*Tagung Lüneburg
Eingang zur Trans*Tagung Lüneburg
Daniel Masch, Isabel Gerstl und Robin Ivy Osterkamp
Keynote von Caro Moritz Lemke
Lesung Karu Grunwald-Delitz

Eine Koope­ration von

Logo VHS Lüneburg
Logo Trans*LG
Logo der Landesfachstelle Trans*
Förderlogo MS

Auch in Nieder­sachsen können Impf- und Genese­nen­nach­weise sowie Testergeb­nisse nun auch mit dem dgti Ergän­zungs­ausweis bestätigt werden. Das Land Nieder­sachsen weist auf der Seite zu Antworten und häufig gestellte Fragen zu Corona­tes­tungen explizit darauf hin. Hier heisst es:

 

Was ist bei der Überprüfung von Test‑, Impf- oder Genese­nen­nach­weisen bei transi­denten Menschen zu beachten?
Bei trans* Personen kann es vorkommen, dass die Test‑, Impf- oder Genese­nen­nach­weise nicht mit den Angaben in den amtlichen Ausweis­do­ku­menten überein­stimmen. Transi­dente Personen, die sich in der Übergangszeit bis zur perso­nen­stands­recht­lichen Anerkennung ihres geänderten Geschlechts­ein­trags befinden, können einen Ergän­zungs­ausweis der Deutschen Gesell­schaft für Transi­den­tität und Inter­se­xua­lität e. V. (DGTI-Ergän­zungs­ausweis) bei sich tragen. Der Ergän­zungs­ausweis mit Angaben zu den selbst­ge­wählten perso­nen­be­zo­genen Daten kann bei der Überprüfung der Nachweise ergänzend zum Perso­nal­ausweis vorgelegt werden.
Weiter Infor­ma­tionen zum Ergän­zungs­ausweis finden Sie hier:https://dgti.org/2021/09/05/der-ergaenzungsausweis-der-dgti-e‑v/”

 

Im Falle von Unsicher­heiten kann hiermit auf die offizielle Seite des Landes Nieder­sachsens verwiesen werden.

 

Das Netzwerk TiN | Trans* in Nieder­sachsen hat sich 2017 gegründet, um Inter­es­sen­ver­tretung und Förder­pro­gramm aber auch Vernetz­tungs­stelle für trans* Personen in Nieder­sachsen zu sein. In den letzten Jahren konnte sich die Arbeit von TiN immer mehr konkre­ti­sieren und es zeigte sich, dass vor allem die Arbeit in den Struk­turen des Bundes­lands Nieder­sachsens und die Verbreitung von Infor­ma­tionen wichtige Arbeits­in­halte sind. Die ursprüng­liche Idee, einzelne trans* Personen im Flächenland Nieder­sachsen mitein­ander zu vernetzen hat dabei an Relevanz verloren. Zumal die regio­nalen Angebote, die sich in den letzten Jahren immer mehr heraus­ge­bildet haben, diese Vernetzung essen­tiell voran­treiben.

 

Im Rahmen des Neuor­ga­ni­sa­ti­ons­pro­zesses des QNN wurde aus TiN | Trans* in Nieder­sachsen am 01.01.2022 die Landes­fach­stelle Trans*. Damit sollen die Aufgaben des Projekts besser benannt werden. Außerdem wird Missver­ständ­nissen durch den Gebrauch von TIN als Abkürzung von “Trans*, Inter*, Nicht-binär” entge­gen­ge­wirkt. Ihr erreicht die Landes­fach­stelle in Zukunft unter trans@qnn.de und findet alle Infos weiterhin auf der Website unter qnn.de/trans.

Am 23.4.2022 findet in Braun­schweig ein Fachtag zur Geschlecht­lichen Vielfalt in der Gesund­heits­ver­sorgung statt. Der Fachtag dreht sich rund um die Frage welche spezi­ellen Bedarfe inter*,  trans* und nicht-binäre Menschen in der Gesund­heits­ver­sorgung haben. Zielgruppen sind medizi­ni­sches Fachper­sonal in Kranken­häusern und Praxen, Psychotherapeut*innen, Hebammen, Rettungs­dienst und Krankenhaussozialarbeiter*innen. Für eine Keynote konnte Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß gewonnen werden. Workshops widmen sich unter­schied­lichen Frage­stel­lungen, z.B. dem sensiblen Umgang mit inter*Menschen und deren Eltern auf der Geburts­station, medizi­ni­scher Transition von trans* Menschen, sensible Betreuung und Begleitung von inter*, trans* und nicht-binären Menschen rund um Schwan­ger­schaft und Geburt, sexuelle Gesundheit von inter*, trans* und nicht-binären Menschen und einiges mehr. Eine Podiums­dis­kussion rundet den Fachtag ab.

 

Veran­staltet und vorbe­reitet wird der Fachtag u.a. von der Koordi­na­ti­ons­stelle LSBTI* der Stadt Braun­schweig, Inter­ge­schlecht­liche Menschen e.V., Inter­ge­schlecht­liche Menschen Landes­verband Nieder­sachsen e.V., Landes­ko­or­di­nation Inter*und Landes­fach­stelle Trans* im Queeren Netzwerk Nieder­sachsen e.V., Verein für sexuelle Emanzi­pation e.V., Braun­schweiger AIDS-Hilfe, SCHLAU Braun­schweig.  

 

Der Fachtag wird voraus­sichtlich in Präsenz statt­finden. Weitere Infor­ma­tionen, sowie ein Flyer folgen in Kürze.  

Am ersten Septem­ber­wo­chenende haben wir uns im digitalen Rahmen zur 3. Nieder­säch­si­schen Trans*Tagung getroffen. Nachdem die Tagung im letzten Jahr leider aufgrund der Pandemie abgesagt werden musste, haben wir uns dieses Jahr digital getroffen. Allein aufgrund des digitalen Charakters war die Tagung dieses Jahr kleiner als die Präsenz­ver­an­staltung. Bei der Organi­sation und Finan­zierung wurde TiN von den Beauf­tragten für sexuelle und geschlecht­liche Vielfalt der Landes­haupt­stadt Hannover und der Volks­hoch­schule Hannover unter­stützt, die bereits im letzten Jahr bei der Planung der Tagung unter­stützt haben. Dadurch war sie aber umso inten­siver!

 

Einge­leitet wurde die Tagung mit dem Film „Something Must Break“, der mit Hilfe des Lodderbast Kinos Hannover gestreamed wurde. Im Padlet zur Tagung konnten Teilneh­mende eigene Projekte vorstellen und Links teilen.

 

Marek Sancho Höhne hat mit den rund 25 Teilneh­menden über derzeitige trans* Politiken in Deutschland gesprochen. Hierbei ging es vor allem um die Narrative im Mainstream und wer eigentlich im politi­schen Aktivismus außen vor gelassen wird.

 

In sechs Workshops konnten die Teilneh­menden dann tiefer in bestimmte Themen eintauchen. Neben Workshops zu trans* in der Pflege und den Heraus­for­de­rungen des Eltern­seins als trans* Person, gab es auch Raum sich vom aktivis­ti­schen Alltag zu erholen. Nach einer Pause ging es dann in Workshops zu den Themen Trans*Misogynie, Detran­sition und der Wertschätzung des eigenen trans* seins. Durch das Online­format in diesem Jahr lag der Fokus mehr auf dem Austausch von Wissen als der Vernetzung.

 

Wir hoffen sehr, dass wir uns im nächsten Jahr wieder in vor Ort sehen können und bedanken uns bei allen Teilneh­menden und Referie­renden der Tagung, sowie allen, die bei der Organi­sation geholfen haben.

Eine Koope­ration von

Logo der VHS Hannover
Logo Landeshauptstadt Hannover
Logo Landesfachstelle Trans*

War meine geschlecht­liche Transition das Richtige für mich?

 

Wenn du dir diese Frage derzeit, in der Vergan­genheit oder immer wieder stellst, könnte es sein, dass du in einer ähnlichen Lage bist wie wir. Vielleicht hast du von dem Begriff „detrans*“ und „Detran­sition“ auch schon gehört: gemeint ist, dass eine trans* Person ihre medizinsche, recht­liche und/oder soziale Transition rückgängig macht, verändert oder nicht weiter­führt. Manche detrans* Personen leben mit dem bei Geburt zugewie­senen Geschlecht, andere lehnen sie die Kategorie Geschlecht für sich selbst ab oder erkennen, dass sie ein nicht-binäres Geschlecht haben.

 

Vielleicht weißt du selbst noch nicht genau, wie es jetzt weitergeht. Vielleicht hast du erstmal tausend Fragen, fühlst dich damit alleine oder hast das Gefühl, mit niemandem darüber reden zu können. Vielleicht hast du auch medizi­nische oder psychische Probleme und findest keine Behan­delnden, die deine Lage verstehen.

 

Wir, Artemis und Eli, sind detrans* und wollen eine Broschüre zum Thema „Detran­sition und alter­native Transi­ti­onswege“ erstellen, um Trans*-Beratungsstellen besser darüber infor­mieren zu können. Wenn ihr eure Erfah­rungen mit uns teilen wollt, schreibt uns bitte unter trans@qnn.de, Betreff: Detran­sition. Es spielt keine Rolle, ob ihr für euch selbst den Begriff „detrans*“ verwendet oder nicht. Wichtig ist nur, dass ihr euch mit den oben beschrie­benen Erfah­rungen identi­fi­zieren könnt. Wir versuchen bewusst, eine Vielfalt von Perspek­tiven zusam­men­zu­bringen.

 

Falls ihr euch nicht sicher seid, ob das „euer“ Thema ist, können wir auch gerne mal darüber reden und sehen, ob es passt. Bitte beachtet außerdem, dass wir nur als selber Betroffene den Austausch suchen und in dem Zusam­menhang keine richtige Beratung anbieten können. Geplant sind außerdem anonyme Inter­views, die wir im Nachhinein für das Projekt auswerten wollen. Leider können wir dafür keine Vergütung anbieten. Selbst­ver­ständlich werden alle Daten vertraulich behandelt.

 

Getragen ist das Projekt vom Queeren Netzwerk Nieder­sachsen e.V.

Zum Trans Day of Remem­brance hat die HAZ in ihrem Jugend­portal MADS einen Artikel veröf­fent­licht, der auf die Gewalt gegenüber trans* Personen aufmerksam macht. TiN durfte für diesen Artikel eine Einschätzung über trans*feindliche Gewalt geben.

 

Inhalts­warnung: Beschreibung von Gewalt, Trans*feindlichkeit

Das Dialog­forum Geschlecht­liche Vielfalt ist ein gemischt zivil­ge­sell­schaft­liches und staat­liches Gremium, das seit Juni 2020 regel­mäßig tagt und sich zum Ziel gesetzt hat, die Beratungs- und Unter­stüt­zungs­land­schaft zu den Themen der geschlecht­lichen Vielfalt nachhaltig zu stärken. Trans*-, inter­ge­schlecht­liche und/oder nicht-binäre Menschen und ihre Angehö­rigen sollen fachlich kompetent und diskri­mi­nie­rungs­sen­sibel beraten, in ihrer Selbst­be­stimmtheit bestärkt werden und konkrete Hilfe erhalten. Das nun veröf­fent­lichte Positi­ons­papier ist in einem längeren Diskus­si­ons­prozess in fachlicher Zusam­men­arbeit von Menschen mit prakti­scher und biogra­fi­scher Expertise entstanden und wird von den Mit-gliedern des Dialog­forums getragen.

 

Die Mitglieder des Dialog­forums Geschlecht­liche Vielfalt stützen und konkre­ti­sieren mit diesem Positi­ons­papier die Empfehlung, einen eigen­stän­digen Beratungs­an­spruch für trans*-, inter­ge­schlecht­liche und/oder nicht-binäre Menschen und ihre Angehö­rigen gesetzlich zu verankern. Dadurch soll bundesweit eine verläss­liche und nach einheit­lichen Standards ausge­richtete psycho-soziale Beratungs­land­schaft unter Einbe­ziehung der vorhan­denen peer-community-basierten Beratungs­struk­turen etabliert sowie Rechts­si­cherheit und Rechts­klarheit geschaffen werden.

 

Das Positi­ons­papier steht hier zum Download bereit.

Der 31.03. ist Trans Day of Visibility, also Trans* Tag der Sicht­barkeit, kurz auch TDoV. Der Tag ist der Sicht­barkeit von trans* Personen gewidmet und soll zum einen die vielen gesell­schaft­lichen Verbes­se­rungen feiern, die wir bereits erleben durften. Zum Anderen dient dieser Tag auch als Erinnerung daran, dass noch viel zu tun ist, um Gleich­be­rech­tigung für trans* Personen in unserer Gesell­schaft zu erreichen.

 

Der Tag wurde 2009 von US-Aktivistin Rachel Crandall ins Leben gerufen. Bis dahin gab es nur den Trans Day of Remem­brance (TDoR), also den Tag zur Trauer um verstorbene und vor allem ermordete trans* Personen. Crandall schuff mit dem TDoV einen Tag, der im Gegensatz dazu vor allem die lebenden trans* Personen feiert und wertschätzt. Mittler­weile wird der Tag inter­na­tional begangen. Vor allem auf Social Media Platt­formen werden Weltweit am 31.03. Selfies und Lebens­ge­schichten gepostet und geteilt, um auf trans* Personen und ihre Stärke, Schönheit und ihren ständig nötigen Überle­bens­willen in einer trans*feindlichen Gesell­schaft aufmerksam zu machen.

Die Landes­fach­stelle Trans* fordert jedoch nicht nur einen Tag für die Sicht­barkeit von trans* Personen, sondern gleich einen ganzen Sommer! Denn der TDoV macht auch klar: Du bist nicht allein! Wir sind hier, wir sind viele und wir wollen gerecht behandelt werden!

 

Deshalb seit ihr einge­laden an unserer Kampagne #Trans­sicht­barkeit teilzu­nehmen. Dafür könnt ihr die von uns bereit­ge­stellten Postkarten, eigene Ausdrucke oder unsere digitalen Sticker (einfach in der Story “Sticker” auswählen und nach “qnn” oder “trans­sicht­barkeit” suchen) verwenden. Macht damit einfach ein Selfie von euch und postet es mit dem Hashtag #Trans­sicht­barkeit auf Facebook oder Instagram. Ihr könnt uns das Bild auch per Mail zuschicken und wir veröf­fent­lichen es auf der Kampga­nen­seite. Dabei muss nichtmal euer Gesicht zu sehen sein, wählt ein Motiv, mit dem ihr euch wohlfühlt!

 

Dazu laden wir alle Menschen ein, egal, ob du trans*, nicht-binär, gender­queer bist oder ein ganz anderes Label verwendest! Auch Allies sind herzlich einge­laden ihr Statement zu setzen und Unter­stützung für trans* Personen zu zeigen.

Mach mit!

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