Die Verleihung der Goldmarie 2026 fand im Rahmen des Queeren Neujahrs­empfang des QNN am 30.01.2026, im Alten Rathaus Hannover statt. Moderiert von Maximilian Horn aka Carrie Gold und musika­lisch begleitet von Nina Freckles verlieh Sophie Koch, Beauf­tragte der Bundes­re­gierung für die Akzeptanz sexueller und geschlecht­licher Vielfalt, die Goldmarie 2026 an folgende Personen.

Dr. Monika Brinker

V.l.n.r. Heike Schönenberg, Monika Brinker, Sophie Koch und Ursula Rosen

Dr. Monika Brinker engagiert sich seit vielen Jahren für die nachhaltige Veran­kerung geschlecht­licher und sexueller Vielfalt im Bildungs­be­reich. Als Lehrerin und Gewerk­schaf­terin verbindet sie pädago­gische Praxis, fachliche Expertise und struk­tu­relles Engagement.

Sie ist Mitbe­grün­derin des Landes­aus­schusses Queer in der GEW Nieder­sachsen und war zuvor bereits im Arbeits­kreis Queer aktiv. Ein zentraler Schwer­punkt ihrer Arbeit liegt in der Fortbildung von Lehrkräften: Dr. Monika Brinker entwi­ckelte ein praxis­nahes Fortbil­dungs­format, das sie regel­mäßig anbietet. Ergänzt wird dieses durch eine Broschüre, die konkrete Lösungs­an­sätze für heraus­for­dernde Situa­tionen im Schul­alltag aufzeigt.

Darüber hinaus war sie maßgeblich an der Entwicklung des Projekts „Schule der Vielfalt*– Nieder­sachsen“ beteiligt, dessen Bedeutung von der Landes­re­gierung anerkannt und mit perso­nellen Ressourcen ausge­stattet wurde. Als Mitglied des Organi­sa­ti­ons­teams der „Fachtagung Queere Pädagogik“ sorgt sie zudem dafür, dass diese jährlich in der Akademie Waldschlösschen statt­finden kann.

Abgerundet wird ihr Engagement durch ihre Mitwirkung im Queerchor Hannover, dem sie als Gründungs­mit­glied mit großer Leiden­schaft angehört. Dr. Monika Brinker steht für eine fachlich fundierte, verbin­dende und langfristig wirksame queere Bildungs­arbeit in Nieder­sachsen.

Amadeus Schwone

V.l.n.r. Lisa Aller, Patrick Tiedemann, Amadeus Schwone und Sophie Koch.

Amadeus Schwone engagiert sich seit vielen Jahren ehren­amtlich für Vielfalt, Prävention und Community-Arbeit. Seine Tätigkeit verbindet queere Sicht­bar­keits­arbeit mit langjäh­rigem Engagement in der Jugend- und Sport­arbeit.

Als Mitbe­gründer und 1. Vorsit­zender von QUEST – Queeres Stade e.V. hat Amadeus Schwone seit 2024 im Landkreis Stade eine tragfähige queere Infra­struktur aufgebaut, die weit in das ländliche Elbe-Weser-Dreieck ausstrahlt. Zentrales Element ist ein monat­licher queerer Stamm­tisch, der sich als verläss­licher Safer Space etabliert hat. Für viele queere Menschen ist QUEST der erste – und oft einzige – geschützte Ort in der Region.

Darüber hinaus trägt Amadeus Schwone die Haupt­ver­ant­wortung für die Organi­sation des Chris­topher Street Day in Stade, den er gemeinsam mit seinem Partner vor fünf Jahren wieder­belebt hat. Ergänzt wird dieses Engagement durch weitere Formate wie „Lichter­hafen – Gemeinsam statt einsam“, Drag Bingo, gemeinsame Teilnahmen an CSDs in anderen Städ-ten sowie eine konti­nu­ier­liche Öffent­lich­keits­arbeit.

Mit Empathie, Beharr­lichkeit und großem persön­lichen Einsatz schafft Amadeus Schwone Räume für Sicht­barkeit, Unter­stützung und Teilhabe – insbe­sondere dort, wo queere Angebote lange gefehlt haben.

Zum 15. Januar 2026 oder später suchen wir eine engagierte Person als

Studen­tische Hilfs­kraft 

zur Unter­stützung der Arbeit unserer Geschäfts­stelle.

Deine Aufgaben bei uns

  • Versand von Publi­ka­tionen und Pflege des Webshops
  • Pflege von Daten­banken und diversen Listen, Recher­che­auf­gaben
  • Assistenz bei der Planung und Durch­führung von Veran­stal­tungen
  • Pflege der Website, Instagram und Newsletter
  • Unter­stützung bei allge­meinen Verwal­tungs- und Organi­sa­ti­ons­auf­gaben

Das wünschen wir uns von dir

  • Sensi­bi­lität und Kennt­nisse zur Lebens­rea­lität queerer Menschen
  • Gute Kennt­nisse in Office- und Website-Anwen­dungen oder Bereit­schaft sich diese anzueignen
  • Interesse an adminis­tra­tiven Tätig­keiten
  • Erfah­rungen im Bereich Öffent­lich­keits­arbeit wünschenswert
  • Struk­tu­riertes, selbst­stän­diges und zuver­läs­siges Arbeiten

Das bieten wir dir

  • Arbeits­zeit­umfang 9 Stunden/Woche
  • Vergütung mit 540€ monatlich auf Minijob-Basis
  • Selbst­stän­diges Arbeiten in einem motivierten Team
  • Flexible Arbeits­zeiten in der Geschäfts­stelle Hannover

So bewirbst du dich

Die Besetzung der Stelle erfolgt unter Vorbehalt der Förder­mit­tel­zusage und ist zunächst befristet bis zum 31.12.2026. Eine Verlän­gerung ist gewünscht und wird angestrebt.

Bewerbung in einer Datei bis zum 31.12.2025 unter Angabe des frühest­mög­lichen Beschäf­ti­gungs­be­ginns bitte per Mail an bewerbung@qnn.de.

Die Bewer­bungs­ge­spräche finden voraus­sichtlich am 09.01.2026 statt

Für Rückfragen steht dir Nico Kerski gerne unter 0511–33658120 zur Verfügung.

© Tim Kirchhoff

Ein Meilen­stein für queere Sicht­barkeit an Schulen

Mit einer feier­lichen Zerti­fi­zierung wurde die Evange­lische IGS Wunstorf offiziell als „Schule der Vielfalt* Nieder­sachsen“ ausge­zeichnet. Die nieder­säch­sische Kultus­mi­nis­terin Julia Willie Hamburg überreichte nicht nur das Siegel, sondern unter­zeichnete zugleich eine zukunfts­wei­sende Koope­ra­ti­ons­ver­ein­barung mit dem Queeren Netzwerk Nieder­sachsen.

Diese Koope­ration markiert einen wichtigen Schritt für die struk­tu­relle Förderung sexueller und geschlecht­licher Vielfalt an Schulen im Land – und ein starkes politi­sches Bekenntnis: Schule soll ein sicherer Ort für alle Kinder und Jugend­lichen sein.

Mehr über das Projekt „Schule der Vielfalt* Nieder­sachsen“


Was diese Auszeichnung bedeutet

Die IGS Wunstorf hat nicht nur die Standards des Programms erfüllt, sondern mit Herzblut und Engagement eigene Formate entwi­ckelt. Dazu zählen:

  • Wöchent­liche queere Pausen­räume
  • Eine aktive Queer-AG
  • Sichtbare Pride-Aktionen im Schul­alltag
  • Thema­tische Buchauswahl in der Schul­bi­bliothek
  • Infor­ma­ti­ons­stände bei öffent­lichen Veran­stal­tungen der Schule

Mit dem Siegel verpflichtet sich die Schule, diesen Weg weiter­zu­gehen. Die Schul­ge­mein­schaft übernimmt Verant­wortung für ein diskri­mi­nie­rungs­sen­sibles Klima – ein Vorbild für viele andere.

Hier geht’s zu weiteren „Schulen der Vielfalt*“ in Nieder­sachsen

Starke Partner­schaft mit Wirkung

Durch die Koope­ra­ti­ons­ver­ein­barung mit dem QNN wird das Netzwerk erstmals auch finan­ziell vom Kultus­mi­nis­terium unter­stützt – mit 20.000 Euro im Jahr 2025. Zusätzlich wird eine Lehrkraft als landes­weite Koordi­nation einge­setzt. Sie berät Schulen, vernetzt Projekte und begleitet inter­es­sierte Bildungs­ein­rich­tungen auf ihrem Weg.

Das Ziel: Bis Ende 2025 sollen mindestens drei weitere Schulen zerti­fi­ziert werden. Ein landes­weites Netzwerktreffen im August soll den Austausch weiter fördern.

Ein Zeichen, das strahlt – und verpflichtet

„Wir wollen eine Schule, in der niemand Angst haben muss, sich zu zeigen“, sagte Minis­terin Hamburg in ihrer Rede. Und genau dafür steht die IGS Wunstorf. Mit ihrem Einsatz setzt sie ein klares Zeichen gegen Diskri­mi­nierung und für die Vielfalt, die unsere Gesell­schaft ausmacht.

Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, dass queere Themen selbst­ver­ständlich zum Schul­alltag gehören – landesweit und dauerhaft.

Interesse an einer Zerti­fi­zierung als Schule der Vielfalt*? Jetzt Kontakt aufnehmen!

 

(Bild: (v.r.n.l.) Pascal Mennen (MdL), Sandra Wolf (Koordi­na­torin Schule der Vielfalt*), Elke Helma Rothämel (Schul­leitung IGS Wunstorf), Julia Willie Hamburg (nds. Kultus­mi­nis­terin), Kerstin Gäfgen-Track (Konfö­de­ration ev. Kirchen in Nieder­sachsen) Foto: Kultus­mi­nis­terium Nieder­sachsen)

Das QNN – Queeres Netzwerk Nieder­sachsen – ist der Landes- und Fachverband für queere Vereine und Gruppen in Nieder­sachsen. Gemeinsam setzen wir uns für sexuelle und geschlecht­liche Vielfalt ein, stärken unsere Mitglieds­or­ga­ni­sa­tionen und vertreten ihre Inter­essen auf Landes­ebene.

 

Zum 01. Februar 2025 oder später suchen wir eine engagierte Person als

Referent*in der Fach- und Melde­stelle Queer­feind­lichkeit

Mit der neuen Fach- und Melde­stelle wollen wir einen zentralen Beitrag zur Sicht­bar­ma­chung queer­feind­licher Vorfälle leisten, die queere Community stärken und Fachkräfte sensi­bi­li­sieren. Wenn du Lust hast, dieses wichtige Projekt aufzu­bauen und zu gestalten, freuen wir uns auf deine Bewerbung!

Deine Aufgaben bei uns

  • Aufbau und Leitung der Fach- und Melde­stelle Queer­feind­lichkeit
  • Entwicklung und Durch­führung von Öffent­lich­keits- und Kampa­gnen­arbeit
  • Koordi­nation der techni­schen Umsetzung und Einführung des Melde­systems
  • Betreuung und Auswertung des Online-Melde­systems
  • Vernetzung mit Melde­stellen, Beratungs­stellen, Gewalt­schutz­struk­turen und Behörden
  • Organi­sation und Durch­führung von Fortbil­dungen für Fachper­sonal
  • Erstellung von Monitoring- und Lagebe­richten

Das wünschen wir uns von dir

  • Abgeschlos­senes Studium oder eine vergleichbare Quali­fi­kation
  • Fachliche Kompetenz und Erfah­rungen zu Lebens­rea­li­täten queerer Menschen
  • Erfah­rungen im Projekt­ma­nagement und in der Öffent­lich­keits­arbeit
  • Vernet­zungs­kom­petenz und Zusam­men­arbeit mit verschie­denen Insti­tu­tionen
  • Flexi­bi­lität und Bereit­schaft zu Reisen sowie zu Einsätzen am Abend und Wochenende
  • Struk­tu­riertes, eigen­ver­ant­wort­liches und zuver­läs­siges Arbeiten

Das bieten wir dir

  • Eine Anstellung in Voll- oder Teilzeit (30–40 Stunden/Woche)
  • Vergütung nach TV‑L E11, abhängig von deiner Erfahrung
  • Flexible Arbeits­zeiten – Arbeiten in unserer Geschäfts­stelle in Hannover und mobil möglich
  • Eigen­ver­ant­wort­liches Arbeiten in einem motivierten Team
  • Eine zunächst bis 31.12.2025 befristete Stelle mit Option auf Verlän­gerung

So bewirbst du dich

Bitte sende uns deine Bewerbung (inkl. frühest­mög­lichem Start­datum und gewünschtem Stellen­umfang) in einer Datei bis spätestens 05. Januar 2025 per Mail an:
bewerbung@qnn.de

 

Die Bewer­bungs­ge­spräche finden voraus­sichtlich am 09. und 10. Januar 2025 statt.

 

Für Rückfragen steht dir Nico Kerski gerne unter 0511–33658120 zur Verfügung.

 

Gemeinsam gegen Queer­feind­lichkeit
Mit der Fach- und Melde­stelle Queer­feind­lichkeit möchten wir einen geschützten Raum schaffen, Vorfälle sichtbar machen und Handlungs­an­sätze entwi­ckeln. Du möchtest Teil dieser wichtigen Arbeit werden? Dann freuen wir uns auf dich!

 

Zur Ausschreibung als PDF gelangst du hier.

 

© Tim Kirchhoff

Heute startet offiziell die landes­weite Inter* Beratung Nieder­sachsen. Nieder­sachsen setzt damit ein starkes Zeichen für Gemein­schaft und Unter­stützung. Mit dem Projekt wird eine niedrig­schwellige und kostenlose Beratung für Inter*Personen und deren An- und Zugehörige ermög­licht.

 

Inter­ge­schlecht­liche Menschen sind noch immer massiven Diskri­mi­nie­rungen und Menschen­rechts­ver­let­zungen ausge­setzt. Obwohl gesund geboren, werden sie von medizi­ni­schen Insti­tu­tionen oft zu Syndromen erklärt und sollen mit Opera­tionen und anderen medizi­ni­schen Maßnahmen einem medizi­nisch definierten männlichen oder weiblichen Normkörper angeglichen werden.

 

Die Inter* Beratung schafft für Betroffene eine neue Perspektive auf Inter­ge­schlecht­lichkeit: Weg von der Medizin, den Diagnosen, Therapien und ‚Korrek­tur­wün­schen‘ und hin zu den psycho­so­zialen Aspekten, also Empowerment, Stärkung und Selbst­hilfe. „Die Beratung ist ein wichtiges Mittel zur Selbst­er­mäch­tigung von inter* Personen. Durch den Peer-to-Peer Ansatz erfolgt die Beratung auf Augenhöhe und zeichnet sich durch ein beson­deres Maß an Erfah­rungs­wissen und Feld-Kenntnis aus“, fasst Projekt­leitung Flo Däbritz zusammen.

 

Michael Rogenz, Landes­ko­or­di­nation Inter* im QNN, unter­streicht das besondere Angebot: „Die neue haupt­amt­liche Beratungs­stelle basiert auf der langen Erfahrung innerhalb der Community mit ehren­amt­lichen Peerbe­ra­tungs­an­ge­boten und schafft ein flächen­de­ckendes Unter­stüt­zungs­an­gebot in Nieder­sachsen.“

 

Die Inter* Beratung Nieder­sachsen ist ein Projekt des Queeren Netzwerk Nieder­sachsen und wird in Koope­ration mit Inter­ge­schlecht­liche Menschen Landes­verband Nieder­sachsen durch­ge­führt. Finan­ziert wird sie aus Mitteln des Nieder­säch­si­schen Sozial­mi­nis­te­riums, welche über die Politische Liste der Regie­rungs­frak­tionen für das Haushaltsjahr 2024 bereit­ge­stellt wurden. Eine Fortführung des Projektes ist von der Haushalts­planung 2025 abhängig.

 

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Mehr zum Thema

 

Webseite der Inter* Beratung Nieder­sachsen

Heute hat Innen­mi­nis­terin Daniela Behrens im Rahmen der jährlichen Presse­kon­ferenz zur ‚Politisch motivierten Krimi­na­lität‘ (PMK) in Nieder­sachsen die Fallzahlen für queer­feind­liche Straf­taten im Jahr 2023 bekannt gegeben. Mit insgesamt 220 Fällen in den PMK-Unter­the­men­feldern ‚Sexuelle Orien­tierung‘ und ‚Geschlechts­be­zogene Diver­sität‘ ergab sich gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 86%.

 

„Was sich im letzten Jahr bereits durch Presse und Berichten aus unseren Mitglieds­or­ga­ni­sa­tionen als gefühltes Bild ergeben hat, wird nun auf erschre­ckende Weise durch offizielle Zahlen bestätigt“, sagt QNN-Vorständin Mareike Walther.

 

Dass es sich hierbei nur um die Spitze des Eisberges handelt, konsta­tierte bereits 2023 die Innen­mi­nis­ter­kon­ferenz, die in einem Bericht von einem Dunkelfeld nicht angezeigter queer­feind­licher Straf­taten von 90% ausgeht.

 

Auch dass Queer­feind­lichkeit keine Genera­tio­nen­frage ist, zeigt der neueste Nieder­sach­sen­survey des Krimi­no­lo­gi­schen Forschungs­in­stitut Nieder­sachsen. Innerhalb von zwei Jahren stieg bspw. der Anteil der Schüler*innen, die selbst angegeben haben homose­xuelle Personen beleidigt, bedroht oder geschlagen zu haben, von 3,9% auf 5,5%.

 

Das QNN fordert daher nicht zum ersten Mal, dass aus der steigenden gesell­schaft­lichen Queer­feind­lichkeit, die richtigen politi­schen Rückschlüsse gezogen werden müssen.

 

„Die Regie­rungs­ko­alition hat zwar in diesem Jahr einmalig 300.000€ über die politische Liste für den ‚Gewalt­schutz Queer‘ bereit­ge­stellt, doch schon zu Ende diesen Jahres müssten wir den gerade begonnen Aufbau einer Fach- und Melde­stelle Queer­feind­lichkeit wieder einstellen, wenn es bei der aktuellen Haushalts­planung bleibt“, sagt QNN-Geschäfts­führer Nico Kerski und ergänzt: „Die heute veröf­fent­lichten Zahlen zeigen deutlich, dass Queer­feind­lichkeit kein einma­liges, sondern ein stark wachsendes gesell­schaft­liches Problem ist. Wir fordern daher die Verste­tigung der Förderung von Maßnahmen gegen Queer­feind­lichkeit.“

 

 

(2022 — 2023 summiert in den Unter­the­men­feldern ‚Sexuelle Orien­tierung‘ und ‚Geschlechts-bezogene Diver­sität‘. 2019 — 2021 summiert in den Unter­the­men­feldern ‚Sexuelle Orien­tierung‘ und ‚Geschlecht/Sexuelle Identität‘)

 

 

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MEHR ZUM THEMA

 

Politisch Motivierte Krimi­na­lität Nieder­sachsen 2023 – Präsen­tation Presse­kon­ferenz (MI, 2024)

 

Ergeb­nisse des Nieder­sach­sen­surveys 2022 – Jugend­liche in Nieder­sachsen (KFN, 2023)

 

IMK Abschluss­be­richt Arbeits­kreis ‚Bekämpfung homophober und trans­feind­licher Gewalt‘ (IMK, 2023)

 

Haushalts­entwurf 2024 – Nieder­sachsen bleibt bundesweit weiter bei der Bekämpfung von Queer­feind­lichkeit zurück (QNN, Sept 2023)

 

QNN fordert konkrete Maßnahmen und Stärkung der Zivil­ge­sell­schaft zum Umgang mit queer­feind­licher Gewalt (QNN, Jun 2023)

 

 

Heute verab­schiedet der Nieder­säch­sische Landtag den rot/grünen Entschlie­ßungs­antrag ‚Queeres Leben in Nieder­sachsen sichtbar machen, Akzeptanz schaffen, Diskri­mi­nierung abbauen‘.

 

Bereits zur ersten Lesung des Antrages im November 2023 hat das QNN den thema­ti­schen Umfang des Antrages begrüßt, jedoch kriti­siert, dass wichtige Maßnahmen nur als Prüfauftrag formu­liert sind.

 

„Besonders gespannt sind wir, wie sich die CDU-Opposition zum Vorhaben der Regie­rungs­ko­alition verhalten wird, die Landes­ver­fassung um einen Diskri­mi­nie­rungs­schutz aufgrund der sexuellen Orien­tierung zu erweitern. Wir plädieren an alle demokra­ti­schen Parteien in Zeiten des rechten Backlash, für den recht­lichen Schutz von queeren Minder­heiten zusammen zu stehen“, sagt QNN-Vorständin Franziska Fahl.

 

Auch bleibt weiterhin völlig ungeklärt, wie die im Antrag gefor­derten Maßnahmen finan­ziert werden sollen. Zwar hat die rot/grüne Regie­rungs­ko­alition in diesem Jahr über die politische Liste einmalig 300.000€ mehr Förder­gelder für den ‚Gewalt­schutz Queer‘ bereit­ge­stellt, bereits zum Jahresende müssten sämtliche Maßnahmen aber wieder einge­stellt werden, wenn es bei der gegen­wär­tigen Haushalts­planung bleibt.

 

Das QNN fordert daher eine Verste­tigung der zusätz­lichen Mittel im Haushalt des Sozial­mi­nis­te­riums. Insbe­sondere da sich abzeichnet, dass auch in 2023 die Anzahl der regis­trierten queer­feind­lichen Straf­taten wieder drastisch gestiegen ist.

 

Dass die Regie­rungs­ko­alition das Problem umfang­reich erkannt hat, zeigt der ebenfalls heute zu beschlie­ßende rot/grüne Entschlie­ßungs­antrag ‚Queer­feind­lichkeit hat in Nieder­sachsen keinen Platz‘.

 

„Jetzt muss die Koalition nur noch die richtigen haushalts­tech­ni­schen Rückschlüsse aus ihren eigenen Anträgen ziehen“, konklu­diert QNN-Geschäfts­führer Nico Kerski.

 

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PM QNN: Queeres Leben in Nieder­sachsen – Initiative der Koalition erfordert konse­quentere Umsetzung (10.11.2023)

 

Entschlie­ßungs­antrag ‚Queeres Leben in Nieder­sachsen sichtbar machen, Akzeptanz schaffen, Diskri­mi­nierung abbauen — Maßnahmen zur Anerkennung sexueller und geschlecht­licher Vielfalt‘ (Fraktionen SPD / Bündnis 90/Die Grünen)

 

Entschlie­ßungs­antrag ‚Queer­feind­lichkeit hat in Nieder­sachsen keinen Platz — Sicherheit, Sicht­barkeit und Akzeptanz für queere Menschen!‘ (Fraktionen SPD / Bündnis 90/Die Grünen)

Heute berät der Nieder­säch­sische Landtag abschließend den rot/grünen Entschlie­ßungs­antrag ‚Den Norddeut­schen Rundfunk zukunfts­ori­en­tiert aufstellen‘. Das Queere Netzwerk Nieder­sachsen begrüßt ausdrücklich das damit verbundene Anliegen, den NDR-Rundfunkrat pluraler und diverser aufzu­stellen.

 

Denn bereits im Anhörungs­ver­fahren zum Antrag hat der Verband der ‚Neuen Deutschen Medien­macher‘ (NdM) deutlich gemacht, dass der Rundfunkrat sein eigenes Versprechen nicht einlöst, die Bandbreite des gesell­schaft­lichen Lebens in Nieder­sachsen wider­zu­spiegeln. Bundesweit gehört das NDR-Gremium sogar zu den am wenigsten diversen seiner Art, so die NdM-Stellung­nahme.

 

In der weiteren Antrags­be­ratung im Unter­aus­schuss Medien wurde mehrmals angesprochen, dass insbe­sondere auch die gesell­schaft­liche Gruppe der queeren Menschen, die mindestens 10% der Bevöl­kerung umfasst, bisher nicht im Rundfunkrat vertreten ist.

 

„In Deutschland gibt es bereits in sieben von zwölf Rundfunk­räten einen queeren Vertre­tungssitz. Es wird daher Zeit, dass der NDR nachzieht und nicht bald zum bundes­deut­schen Schluss­licht wird“, kommen­tiert dazu QNN-Vorstand Frederick Schnittker.

 

Zuletzt wurde 2021 im Rahmen der letzten Reform des NDR-Staats­ver­trages versäumt, die Zusam­men­setzung des Rundfunk­rates entspre­chend anzupassen.

 

„Wir fordern die Nieder­säch­sische Landes­re­gierung auf, den heutigen Entschlie­ßungs­antrag so bald wie möglich umzusetzen und in den Verhand­lungen mit den drei weiteren NDR-Bundes­ländern einen queeren Rundfunk­ratssitz im Staats­vertrag festzu­legen“, ergänzt daher QNN-Geschäfts­führer Nico Kerski.

 

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Entschlie­ßungs­antrag ‚Den Norddeut­schen Rundfunk zukunfts­ori­en­tiert aufstellen‘ (Fraktionen SPD & Bündnis 90/Die Grünen)

 

Welche Gesell­schaft soll das abbilden? Mangelnde Vielfalt in Rundfunk­räten und was dagegen hilft. (Neue Deutsche Medien­macher, 2022)

 

IPSOS Pride Studie 2023 — Elf Prozent der Deutschen identi­fi­zieren sich als LGBT+

Mit Beratungs‑, Schulungs- und Infor­ma­ti­ons­an­ge­boten wollen der Landes­SportBund (LSB) Nieder­sachsen und das Queere Netzwerkwerk Nieder­sachsen (QNN) Sport­vereine, Sport­bünde und Landes­fach­ver­bände dabei unter­stützen, sich mehr als bisher auch queeren Menschen zu öffnen. Das hierfür initi­ierte Koope­ra­ti­ons­projekt „Vielfalt in Bewegung! Ein Projekt zur Förderung der Toleranz und Akzeptanz von sexueller und geschlecht­licher Vielfalt im Breiten­sport in Nieder­sachsen“ läuft zunächst bis Ende 2024. Eine Verlän­gerung ist vorge­sehen.

 

Das Projekt steht in Träger­schaft des QNN. Zur Umsetzung wurde Janne Biermann als Projekt­re­fe­rentin einge­stellt. In Koope­ration unter­stützt das Projekt die Aktivi­täten der LSB-Geschäfts­stelle im Bereich Teilhabe und Vielfalt, etwa auch im Bereich der Öffent­lich­keits­arbeit und der Erstellung von Materialien. Das Projekt wird gefördert von der Nieder­säch­si­schen Lotto Sport­stiftung, dem Nieder­säch­si­schen Minis­terium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleich­stellung und der Hannchen-Mehrzweck-Stiftung.

Sport­bündnis Hannover als Vorbild

Das Projekt von QNN und LSB baut u.a. auf den Erfah­rungen des Hanno­ver­schen Sport­bünd­nisses Farben­spiel auf, das auch einen Ehren­kodex für Sport­vereine erarbeitet hat. Das Bündnis ist deshalb auch Partner auf der inhalt­lichen Ebene. Zurück­greifen können QNN und LSB zudem auf Erfah­rungen der queeren Sport­vereine Leine­bagger (Hannover), Homose­xu­eller Sport­verein Oldenburg, SLS Braun­schweig und Rainbow Funsports Osnabrück, welche in beiden Landes­ver­bänden Mitglied sind.

State­ments

QNN Geschäfts­führer Nico Kerski: „Die Akzeptanz queerer Menschen ist kein Nischen­thema, sondern in allen gesell­schaft­lichen Lebens­be­reichen relevant. Umso mehr freuen wir uns, im Sport­be­reich mit dem LSB einen starken Koope­ra­ti­ons­partner gewonnen zu haben.“

 

Projekt­re­fe­rentin Janne Biermann: „Akzeptanz und Teilhabe von queeren Menschen ist besonders im Breiten­sport wichtig. Als langjährige Sport­lerin mit Vereins­er­fahrung, freue ich mich nun auch als Referentin profes­sionell für dieses Thema tätig sein zu können.”

 

LSB Vorstands­vor­sit­zender Reinhard Rawe: „Der LSB hat früh in seinem Leitbild, der Satzung und ganz aktuell in seinem Positi­ons­papier „Sport verbindet Menschen“ deutlich gemacht, dass er offen für ALLE ist. Diese grund­sätz­liche Werte­ori­en­tierung spiegelt sich auch in unserem offenen Sport­ver­ständnis wieder. Die Koope­ration mit dem QNN ist für uns ein weiterer Baustein, um die nieder­säch­sische Sport­or­ga­ni­sation noch vielfäl­tiger zu gestalten.“

 

Stellv. Vorstands­vor­sit­zender Marco Lutz: „Wir wollen es nicht beim Lippen­be­kenntnis bleiben lassen, sondern unseren Sport­ver­einen, den Sport­bünden und Landes­fach­ver­bänden konkrete Beratungs- und Infor­ma­ti­ons­an­gebote machen.“ Dies sei auch gemeinsame Auffassung der Betei­ligten des DOSB Dialog­forums Sport­ent­wicklung gewesen.

 

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Heute debat­tiert der Landtag in Folge der Angriffe auf Teilneh­mende des CSD Hannover vor vier Wochen, einen Antrag der rot/grünen Koalition zum Thema Queer­feind­lichkeit in Nieder­sachsen.

 

Das QNN begrüßt die Entschließung des Parla­ments ausdrücklich, kriti­siert jedoch, dass der Antrag keinerlei Forde­rungen nach Maßnahmen enthält. „Solida­ri­täts­be­kun­dungen und das symbo­lische Hissen von Regen­bo­gen­fahnen vor den Minis­terien reichen nicht mehr aus. Wir brauchen konkrete Maßnahmen gegen Queer­feind­lichkeit in diesem Land“, sagt QNN Vorständin Franziska Fahl.

 

Bereits vor der Landtagswahl forderte das QNN daher den Aufbau einer zivil­ge­sell­schaft­lichen Anlauf- und Beratungs­stelle für die Opfer queer­feind­licher Gewalt in Nieder­sachsen.

 

Denn „Queer­feind­lichkeit ist nicht nur ein Problem auf Großver­an­stal­tungen wie den CSD‘s, sondern prägt den Alltag vieler queerer Personen“, betont QNN Geschäfts­führer Nico Kerski. Das geschätzte Dunkelfeld nicht angezeigter Vorfälle liegt dabei mit bis zu 90% erschre­ckend hoch.

 

Folge­richtig fordert auch der neue Abschluss­be­richt des Arbeits­kreises ‚Bekämpfung homophober und trans­feind­licher Gewalt‘ der Innen­mi­nis­ter­kon­ferenz (IMK) die struk­tu­relle Stärkung von zivil­ge­sell­schaft­licher Anti-Gewalt-Arbeit, Opfer­be­ra­tungs­stellen und LSBTIQ*-Selbst­ver­tre­tungen.

 

„Wir hoffen, dass der kommende queere Landes­ak­ti­onsplan in dieser Hinsicht mehr Ergeb­nisse liefert“, konklu­diert QNN Vorstand Frederick Schnittker.

 

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