Dass mitgenannt nicht immer mitgedacht bedeutet, erfahren intergeschlechtliche Menschen auch in queeren Kontexten. Denn das „I“ ist zwar meistens zu finden in der Außendarstellung queerer Organisationen, Vereine und Initiativen, z.B. wenn von LSBTI*, FLINTA* o.Ä. die Rede ist. Doch in der konkreten Arbeit (Programmheft, CSD-Forderungen, Veranstaltungen, etc.) und in den Strukturen dieser Organisationen (Vorstand, Beirat, ehrenamtliche oder hauptberufliche Mitarbeiter*innen) fehlt das „I“ meist. Von Veranstaltungen zum Thema Intergeschlechtlichkeit und von intergeschlechtlichen Personen fehlt oft jede Spur.

In queeren Organisationen gibt es oft wenig Wissen zu Intergeschlechtlichkeit, sowie zu aktuellen Themen und Forderungen der intergeschlechtlichen Selbsthilfe. Daher werden auch intergeschlechtliche Menschen kaum erreicht, denn die Zugänge sind nicht klar. Hinzu kommt: Aufgrund des Gesetzes zum Schutz von Kindern mit Varianten der Geschlechtsentwicklung (§1631e BGB) werden in wenigen Jahren mehr Kinder und Jugendliche offen intergeschlechtlich leben und dann auch an queeren Orten vermehrt aktiv werden, Beratungsbedarf haben, etc. Und darauf sind viele queere Organisationen kaum vorbereitet.

Dieses Seminar richtet sich an hauptberuflich und ehrenamtlich Aktive in queeren Organisationen, Initiativen und Vereinen. Es werden die Strukturen der intergeschlechtlichen Selbsthilfe, sowie die speziellen Forderungen und Bedarfe der intergeschlechtlichen Community dargestellt. Anschließend wird gemeinsam erarbeitet wir das „I“ in LGBTIQA* in queeren Vereinen, Initiativen und Organisationen mit Leben gefüllt werden kann.

Das Seminar findet am 17.-19.3.2023 in der Akademie Waldschlösschen statt. Weitere Informationen und Möglichkeiten der Anmeldung sind hier erhältlich.