3. Niedersächsische Trans*Tagung

Nachdem die 3. niedersächsische Trans*Tagung letztes Jahr aufgrund der Pandemie ausgefallen ist, wollen wir dieses Jahr wieder zusammenkommen, um uns zumindest im digitalen Rahmen auszutauschen.

Trans* zu sein ist und bleibt oft ein Kampf auf vielen Ebenen. Persönlich, politisch, familiär und gesellschaftlich. Aber es ist auch immer ein Kampf, den es sich zu kämpfen lohnt. Zum Abbau von Barrieren und für mehr Sichtbarkeit, Vernetzung und Informationsaustausch in diesen Kämpfen lädt TiN | Trans* in Niedersachsen dieses Jahr zur dritten niedersächsischen Trans*Tagung ein. Im Gegensatz zu den Vorjahren kommen wir dieses Jahr nur für zwei Tage zusammen. Trotzdem wollen wir in dieser Zeit wie auch zuvor empowern und Wissen vervielfachen. Es erwarten euch Vorträge, Workshops und Diskussionen zu verschiedensten Themen, aber auch Raum um alte Bekannte wieder zutreffen, neue Kontakte zu knüpfen und Ideen, Meinungen und Möglichkeiten kennenzulernen.

Die Trans*Tagung richtet sich an alle interessierten trans* und abinären/nicht-binären Personen aus Niedersachsen und darüber hinaus. Auch Angehörige, Freund*innen und Interessierte sind herzlich Willkommen.

Die Tagung wird von TiN | Trans* in Niedersachsen in Kooperation mit der Landeshauptstadt Hannover und der Volkshochschule Hannover organisiert und vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung gefördert.

Wann: 03.09.2020 – 04.09.2021

Wo: Online – Die Veranstaltung wird über Zoom stattfinden.

Kontakt: tin@qnn.de

Bitte gib bei der Anmeldung an, ob Du besondere Hilfsmittel (bspw. Übersetzung, DGS, Untertitel) benötigst, damit wir diese bereitstellen können.

Die Anmeldegebühr beträgt je nach Selbsteinschätzung 10 bis 40 Euro. Über das Feld „Anmerkungen“ könnt ihr auch andere Beträge eintragen, die zu eurer finanziellen Situation passen. Solltet ihr euch einen Teilnahmebetrag nicht leisten können, schreibt uns gerne an. Keine Person soll aufgrund finanzieller Mittel ausgeschlossen werden.

Programm Freitag - 03.09.2021

18:30 – 20:15 Filmstream „Something must Break“

Schwedischer Originalton mit deutschen Untertiteln

Sebastian (Saga Becker) verliebt sich in Andreas (Iggy Malmborg). Und Andreas verliebt sich in Sebastian. Eine zärtliche, manchmal heftige Liebesgeschichte zwischen einem androgynen Jungen und einem anderen, der nicht schwul ist, beginnt. Zusammen rebellieren sie gegen die Langeweile der bürgerlichen Ikea-Welt. Sebastian besteht auf seinem Freiraum zwischen den Geschlechtern. Andreas will die Frau in Sebastian, die Ellie heißt und immer mehr Aufmerksamkeit verlangt. Etwas muss kaputt gehen – entweder die Beziehung von Andreas und Sebastian oder die Gesellschaft, die will, dass alle gleich sind.

Ester Martin Bergsmarks (SHE MALE SNAILS) erster Spielfilm entstand nach dem Roman „You Are the Roots that Sleep Beneath My Feet and Hold the Earth in Place“ des Co-Autors Eli Levén. SOMETHING MUST BREAK wurde beim Internationalen Filmfestival Rotterdam mit dem Tiger Award ausgezeichnet, beim Internationalen Filmfestival Göteborg erhielt Bergsmark das Mai-Zetterling-Stipendium.

Achtung: Darstellung von Selbstverletzendem Verhalten, Genitalien und Trans*feindlichkeit, Flashlights (kurz zu Beginn des Filmes)

something72

Programm Samstag - 04.09.2021

09:30 Uhr Ankommen

Vor Beginn des Programms habt ihr die Möglichkeit anzukommen und euch technisch einzurichten.

10:00 Uhr Begrüßung und Auftakt

Die Landeshauptstadt Hannover, die Volkshochschule Hannover und Trans* in Niedersachsen begrüßen euch zur Trans*Tagung 2020. Nach kurzen Einführenden Worten, gibt es allgemeine Infos zur Tagung und zum Ablauf.

10:30 – 11:30 Keynote: trans* Politiken in Deutschland: zwischen Normalisierung, Anerkennung, Un_Sichtbarkeiten und Haß

Wie trans* Menschen und erst recht ihre politische Organisierung aktuell in Deutschland diskutiert werden variiert stets und ständig. Mal vernachlässigbare Minderheit, mal Bedrohung, mal diejenigen die Deutschland jetzt unbedingt inkludieren will, mal diejenigen die – wie viele Andere – sicher nicht dazu gehören. Dabei sind die Anliegen von trans* Menschen vielfältig, unsere Lebensrealitäten intersektional verwoben. Während im Bundestag ein Selbstbestimmungsgesetz diskutiert und abgelehnt wird, ist ein selbstbestimmtes Leben für so manche ältere trans* Person im ländlichen Raum reine Utopie. Während Deutschland sich als trans* freundlich präsentiert um die globale Überlegenheit zu verdeutlichen wird migrierten trans* Personen der Aufenthalt verwehrt. Die rechtliche Situation von trans* Personen verbessert sich real und die Sichtbarkeit von (einigen) trans* Menschen erhöht sich stets. Doch wer wird sichtbar und wessen Rechte verbessern sich? Wer kommt selten vor, wenn es um trans* Politiken in Deutschland geht und wie werden trans* Leben dabei auch instrumentalisiert? In meinem Vortrag werfe ich – basierend auf meiner aktuellen Forschung – kritische Blicke auf aktuelle trans* Politiken und die äußeren Bedingungen in denen sie er- und verunmöglicht werden.

Es referiert: Marek Sancho Höhne

11:30- 11:45 Pause

In den Pausen könnt ihr eure Augen vom Bildschirm nehmen oder die Zeit nutzen, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen.

11:45 – 13:15 Workshopphase eins

(K)ein Kinderspiel? Kinderwunsch und Eltern-Sein als Trans*Person

In diesem Mini-Workshop wollen wir uns darüber austauschen, welche Herausforderungen es für trans* Personen gibt, die einen Kinderwunsch haben oder schon Eltern sind. Neben medizinischen und rechtlichen Hürden sind es ja oftmals die gesellschaftlichen Normen, die eine Elternschaft unter Umständen sehr schwierig machen. Neben einem kleinen Input zu diesen Themen soll es in dem Workshop vor allem darum gehen, Erfahrungen auszutauschen, über Umgangsstrategien zu reden und Ängste abzubauen. Ein Empowerment-Workshop für alle trans* Personen, die schon Eltern sind oder mal werden wollen.

Workshopleitung: Rix Weber Rix Weber, trans* Elter von zwei Kindern (8 und 10 J.) lebt in Göttingen, hat eine Master-Arbeit zu „Trans* und Elternschaft“ geschrieben und ist seit vielen Jahren in der geschlechtssensiblen Bildungsarbeit tätig. Rix ist queer-feministisch und trans*aktivistisch unterwegs, unter anderem als Teil des Kollektivs der Zeitschrift Queerulant_in.

Trans* und Pflege – Es wird Zeit für eine trans* sensible Pflege

Der Anspruch an die „ganzheitliche Versorgung“ der Patient*innen in der Pflege ist hoch. Pflegekräfte sollen kompetent sein und sich in andere Menschen einfühlen können. Sie sollen die Wünsche der Patient*innen erfüllen und den Anforderungen der Ärzteschaft und anderer Berufsgruppen gerecht werden. Ein wirklich umfassender Ansatz zum Umgang mit trans* Menschen in der ambulanten oder klinischen Versorgung fehlt jedoch bisher in den gängigen Arbeitsinstrumenten. In diesem Workshop geht es um die Bedürfnisse von trans* Menschen als Empfänger*innen von Pflege. Sie schärfen Ihren Blick für die Lebenssituationen, Transitionsphasen und die Versorgung nach chirurgischen Eingriffen. Es werden Ihnen zwölf Basic für eine trans*sensible Pflege vorgestellt. Angelehnt an das „Modell der Lebensaktivitäten“ nach Roper, Logan und Tierney wird das Thema „Seine Geschlechtlichkeit Leben“ hinsichtlich „Sexualitäten, Geschlechter und Identitäten“ abgeändert dargestellt. Sie erhalten darauf bezogen Methoden an die Hand, um Pflege für diese Personengruppe sensibel gestalten zu können.

Es referiert: Ilka Christin Weiß

Ex. Krankenschwester, Dozent*in für trans*sensible Pflege, Autor*in, zert. Berater*in f. transgeschlechtliche Menschen

Körperworkshop zum Entspannen

Mehr Infos zu diesem Workshop folgen in Kürze

Workshop von K* Stern

13:15 – 14:15 Mittagspause

In der Mittagspause stehen euch Breakout Räume zur Verfügung, in denen ihr gemeinsam mit anderen Menschen essen und quatschen könnt.

14:15 – 15:45 Workshopphase zwei

Die Reise geht weiter: Warum nach der ersten Transition noch nicht Schluss sein muss

Weitere Infos zu diesem Workshop folgen in Kürze

Workshopleitung: Artemis

trans*Misogynie im Kontext

Queerfeindliche und antifeministische Argumente sind fester Teil konservativer und rechter Argumentationsstrukturen. Mit
Steigender SIchtbarkeit von trans*, inter* und nichtbinären Personen in der Gesellschaft, geraten auch diese Gruppen
zunehmend in den Fokus des rückwärts gewandten Kulturkampfes. Dabei ergeben sich neue Allianzen zwischen
verschiedenen menschenfeindlichen Ideologien, die sich teilweise im Schutzmantel eines angeblichen Feminismus weite
gesellschaftliche Akzeptanz verschaffen. trans*Misogynie, also die gezielte Feindlichkeit gegenüber trans*Weiblichkeit_en nimmt dabei eine zentrale Rolle ein als Mechanismus der mehrere Diskriminierungsformen miteinander verbindet. Der Vortrag stellt grundlegende Charakteristiken von trans*Misogynie vor, kontextuialisiert sie historisch und untersucht anhand aktueller Beispiele ihre Funktion in der heutigen hegemonialen Gesellschaft.

Workshop mit Mine Wenzel
Mine Wenzel [sie*/they] (trans*, nonbinary, femme, lesbisch, endo, weiß, non-disabled), studierte irgendwas mit Kulturwissenschaften an der Uni Hildesheim und lohnarbeitet jetzt in einem queeren Zentrum in Hannover. Sie* ist trans*aktivistisches Anar*chic und DJ*. They produziert den „trans*ginger Teapot Cast“, gibt Vorträge und Workshops zu Machtkritik und Themen der Antidiskriminierung und graswurzelt sich über verschiedene Soziale Medien und analoge
Netzwerke um das Cistem zu unterwandern. Gemeinsam mit Arpana Berndt gibt Mine die „Let’s talk About Alliances“ Workshops, zu Fragen der intersektionalen Solidarität und Bündnisfähigkeit.

Weitere Infos zu diesem Workshop folgen in Kürze

15:45 – 16:00 Pause

16:00 – 16:30 Abschluss

Anmeldung

    Person 1









    TN-Gebühr* - nach Selbsteinschätzung

    Bei einer Anmeldung bis zum 01.08.2021 bekommst du im August ein exklusives Early Bird Paket von uns zugeschickt, wenn du deine Adresse angibst. Diese Angabe ist natürlich keine Pflicht!





    Person 2









    TN-Gebühr - nach Selbsteinschätzung

    Bei einer Anmeldung bis zum 01.08.2021 bekommst du im August ein exklusives Early Bird Paket von uns zugeschickt, wenn du deine Adresse angibst. Diese Angabe ist natürlich keine Pflicht!






    Pflichtfeld. Ich möchte mich/uns für die Trans*Tagung vom 03.-04. September 2021 online verbindlich anmelden und bin mit der Speicherung meiner/unserer Daten für diesen Zweck im QNN e.V. einverstanden.

    Pflichtfeld. Ich bestätige, dass ich hiermit informiert bin darüber, dass ich die Anmeldung binnen 14 Tagen ohne Angabe von Gründen per Mail, Fax oder Post an TiN im QNN e.V. widerrufen kann, ohne das mir dadurch Kosten entstehen. Spätere Stornierungen können gegen ein Bearbeitungsentgelt von 7,50 Euro durchgeführt werden. Das Bearbeitungsentgelt entfällt, wenn eine andere Person benannt wird, die den Platz übernimmt.


    Die Anmeldung ist möglich, solange Plätze frei sind. Wir bitten um Anmeldung und Nachricht hierüber bis zum 15.Juli 2021 für den Fall, dass Übersetzungsleistungen oder Ähnliches benötigt werden (DGS, Fremdsprache)!

    Eine Kooperation von