Deine Gesundheit,
dein Wohl­befinden

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Lass dir nichts vormachen!

Lass dir nichts vormachen!

Das sind einige Sprüche, die wir mit auf den Weg bekommen. Doch irgendwann merken wir, dass zu unserer Gesundheit und unserem Wohlbefinden mehr gehört als ein funktionierender Körper. Dass wir unserem Körper und unserer Seele nicht zu viel zumuten dürfen. Und dass es manchmal vielleicht doch gut wäre, mit jemandem darüber zu sprechen.

Wir sprechen hier wichtige Themen rund um Gesundheit und Wohlbefinden für schwule und bisexuelle Männer an:

• Was kann ich für mein eigenes Wohlbefinden tun?

• Wie kann ich meine Gesundheit erhalten?

• Wo bekomme ich Unterstützung und Beratung, wenn ich sie brauche?

• Wie finde ich einen guten Arzt oder eine gute Ärztin?

• Was sollte ich rund um HIV und andere Geschlechtskrankheiten wissen?

Wir hoffen, euch damit einige Anregungen zu geben – damit wir gut mit uns selbst und miteinander umgehen.

Auf den Körper achten

Auf den Körper achten

Je früher man Krankheiten erkennt, desto eher können sie behandelt werden. Es lohnt sich deshalb, auf körperliche Veränderungen zu achten und sie ärztlich abklären zu lassen.

Aber nicht alle Krankheiten verursachen Symptome, und manche bemerkt man nicht. Deshalb solltest du
regelmäßig zur Vorsorge gehen. Sinnvoll ist auch, dich einmal jährlich auf Geschlechtskrankheiten untersuchen zu lassen, wenn du Sex hast. In Hannover kannst Du das im Checkpoint tun. Welche Möglichkeiten es noch gibt, findest Du bei „SVeN“. Infos zu Vorsorgeuntersuchungen bekommst du auch bei deiner Krankenkasse. Oder Du nimmst beim nächsten Hausarztbesuch unser Faltblatt für die hausärztliche Praxis mit und sprichst das Thema an.

Für trans* Männer, die Testosteronpräparate nehmen, sind regelmäßige ärztliche Untersuchungen und auch die Krebsvorsorge besonders wichtig.

Hältst du dich fit?

Ernährung, Bewegung, Körper

Ernährung, Bewegung, Körper

Gute Ernährung und Bewegung sind wichtig fürs Wohlbefinden. Du solltest dabei allerdings nicht übertreiben und dir keinen Stress machen.

Viele sind aber mit ihrem Körper nicht zufrieden und wollen unbedingt so aussehen wie die Männer, die wir in der Werbung, in Magazinen oder auch Pornos sehen.

Eine Folge können Essstörungen wie zum Beispiel Ess-Brechsucht sein. Manche greifen auch zu Appetitzüglern oder Anabolika – mit zum Teil ernsten gesundheitlichen Folgen. Dabei sind Männerkörper von Natur aus vielfältig, und das ist auch gut so.

Wenn du dich in deinem Körper aber überhaupt nicht wohlfühlst, kann ein Gespräch in einer schwulen Beratungsstelle oder auch mit einer Ärztin oder einem Arzt hilfreich sein.

Psychisches und soziales Wohlbefinden

Psychisches und soziales Wohlbefinden

Kreativ und aktiv sein, Freundschaften pflegen, sich engagieren – das stärkt die Lebensqualität. Oft aber werden wir durch Dinge belastet, die wir ohne Hilfe so leicht nicht ändern können.

Das können etwa Einsamkeit, Diskriminierung, Stress im Beruf und Privatleben oder Schwierigkeiten mit der sexuellen oder geschlechtlichen Identität sein.

Scheu dich nicht, Unterstützung im Freundes- und Bekanntenkreis zu suchen. Für fast jeden Menschen
ist es hilfreich, mit anderen über seine Gefühle zu sprechen.

Bei manchen Problemen sollte man sich professionelle Hilfe suchen. Depressionen oder andauernde
Ängste zum Beispiel können ernste Erkrankungen sein, die man aber behandeln kann.

Sprichst du mit anderen Menschen über deine Gefühle

Bist du mit deinem Hausarzt / deiner Hausärztin zufrieden?

Gute Ärzt_innen finden

Gute Ärzt_innen finden

Es ist gut, vertrauensvoll und offen mit Ärzt_innen reden zu können. Aber wie findet man „gute“ Ärzt_innen? Oft spielt das Bauchgefühl eine Rolle: Ist das Personal freundlich? Wird auf Vertraulichkeit geachtet? Begegnet man Menschen unterschiedlicher geschlechtlicher Identitäten und sexueller Orientierungen offen und wertschätzend? SVeN baut dazu eine Liste von Ärzt_innen auf, die diese Offenheit mitbringen. Ansonsten hilft auch unsere Checkliste.

Checkliste für den Besuch bei Ärzt_innen

Für Gespräche mit Ärzt_innen bleibt oft wenig Zeit. Bereite dich deshalb vor: Informiere dich und notiere Fragen, die du stellen möchtest. „Peinliche“ Themen kannst du zum Beispiel auch so ansprechen: „Ich habe gehört, dass die Syphiliszahlen steigen“ oder „Ein Freund hatte gerade einen Tripper, und ich wollte
mich mal informieren.“

Gute Ärzt_innen werden durch Rückfragen zeigen, dass sie dich verstanden haben und der Sache auf den Grund gehen wollen. Es kann auch hilfreich sein, wenn du vorher für dich und dann mit der Ärztin oder dem Arzt klärst, welche Begriffe du für Körperteile oder sexuelle Praktiken benutzt.

Checkliste

Checkliste

Pen

Vor dem Praxisbesuch

Was du vorher überlegen und rund um deine Gesundheit und dein Wohlbefinden fragen könntest:

  • Worüber möchtest du sprechen?
  • Möchtest du eine Vorsorgeuntersuchung?
  • Hast du Probleme und wenn ja, seit wann?
  • Hast du eine Vermutung, woher die Probleme kommen?
  • Hast du schon etwas unternommen?
  • Weiß der Arzt oder die Ärztin, dass du Sex mit Männern hast?
  • Gibt es Anzeichen, dass dein psychisches Wohlbefinden gestört ist? Z.B. Schlafstörungen, anhaltende Ängste, Traurigkeit oder Lustlosigkeit?
Doktor

Während des Praxisbesuches

Mögliche Fragen, die du stellen könntest:

  • „Welche Impfungen sollte ich haben oder auffrischen lassen?“
  • „Welche Vorsorgeuntersuchungen sollte ich wahrnehmen?“
  • „Wie oft sollte ich mich auf Geschlechtskrankheiten einschließlich HIV und Hepatitis C checken lassen?“
  • „Sollte ich mir Sorgen wegen meines Konsums von Alkohol, Nikotin, anderen Drogen oder Medikamenten machen?“
Nach dem Praxisbesuch

Nach dem Praxisbesuch

Damit es beim nächsten Mal (auch) gut oder besser läuft, könntest du dir z. B. folgende Fragen stellen:

  • Hat man mich respektvoll behandelt?
  • Waren die Informationen neutral und verständlich?
  • Wurden mir weiterführende Informationsquellen genannt?
  • Hat man meine Wünsche, Fragen und Sorgen ernstgenommen?

Wenn du einige Fragen mit „Nein“ beantwortest, kannst du das beim nächsten Mal ansprechen. Bei vielen Nein-Antworten kannst du dir auch eine andere Praxis suchen.

Nach dem Praxisbesuch

Vor dem Praxisbesuch

Was du vorher überlegen und rund um deine Gesundheit und dein Wohlbefinden fragen könntest:

  • Worüber möchtest du sprechen?
  • Möchtest du eine Vorsorgeuntersuchung?
  • Hast du Probleme und wenn ja, seit wann?
  • Hast du eine Vermutung, woher die Probleme kommen?
  • Hast du schon etwas unternommen?
  • Weiß der Arzt oder die Ärztin, dass du Sex mit Männern hast?
  • Gibt es Anzeichen, dass dein psychisches Wohlbefinden gestört ist? Z.B. Schlafstörungen, anhaltende Ängste, Traurigkeit oder Lustlosigkeit?
Nach dem Praxisbesuch

Während des Praxisbesuches

Mögliche Fragen, die du stellen könntest:

  • „Welche Impfungen sollte ich haben oder auffrischen lassen?“
  • „Welche Vorsorgeuntersuchungen sollte ich wahrnehmen?“
  • „Wie oft sollte ich mich auf Geschlechtskrankheiten einschließlich HIV und Hepatitis C checken lassen?“
  • „Sollte ich mir Sorgen wegen meines Konsums von Alkohol, Nikotin, anderen Drogen oder Medikamenten machen?“
Nach dem Praxisbesuch

Nach dem Praxisbesuch

Damit es beim nächsten Mal (auch) gut oder besser läuft, könntest du dir z. B. folgende Fragen stellen:

  • Hat man mich respektvoll behandelt?
  • Waren die Informationen neutral und verständlich?
  • Wurden mir weiterführende Informationsquellen genannt?
  • Hat man meine Wünsche, Fragen und Sorgen ernstgenommen?

Wenn du einige Fragen mit „Nein“ beantwortest, kannst du das beim nächsten Mal ansprechen. Bei vielen Nein-Antworten kannst du dir auch eine andere Praxis suchen.

Impfungen

Impfungen

Gegen Infektionskrankheiten wie Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphtherie und Keuchhusten werden
die meisten schon als Kinder geimpft. Männer, die Sex mit Männern haben, sollten aber auch gegen Hepatitis A und B geimpft sein – diese Viren werden sehr leicht beim Sex übertragen. Wenn du schon geimpft bist, kannst du nach ein paar Jahren fragen, ob eine Auffrischung nötig ist. Auch eine Impfung gegen HPV kann sinnvoll sein – sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt darüber.

Hast du dich in den letzten vier Jahren impfen lassen?

Alkohol, Nikotin und andere Drogen

Alkohol, Nikotin und andere Drogen

Alkohol und Zigaretten beim Ausgehen, Ecstasy, Poppers oder vielleicht GBL/GHB auf der Sexparty – das gehört für viele von uns zum schwulen Leben.

Drogen können helfen, in Stimmung zu kommen oder Hemmungen abzubauen, aber auch negative Gefühle wie Angst oder Einsamkeit betäuben oder das Selbstwertgefühl stärken. Denk doch mal darüber nach, wie viel Platz der Konsum in deinem Leben einnimmt und welche Bedeutung die Substanzen für dich haben.

Und wenn Freund_innen feststellen, dass du dich auffällig verändert hast, solltest du dir Hilfe suchen, zum Beispiel bei einer Schwulenberatung oder Suchtberatungsstelle.

Informationen zum Substanzkonsum und Tipps, wie du gesundheitliche Schäden vermeidest, findest du hier:

Geschlechtskrankheiten

Geschlechts­krankheiten

Leider kann man sich beim Sex auch Krankheiten wie Tripper, Syphilis oder Hepatitis einfangen. Kondome senken das Risiko, aber manche Erreger können trotzdem übertragen werden.

Bei Symptomen wie Jucken, Brennen, Ausfluss, nässenden Stellen, Geschwüren, Schmerzen, Schwellungen oder Bläschen im Intimbereich solltest du dich untersuchen lassen.

Da es aber nicht immer solche Zeichen gibt oder sie nicht bemerkt werden, sollten sich sexuell aktive Männer auch ohne Symptome mindestens einmal jährlich checken und gegebenenfalls behandeln lassen.

Für die meisten Haut- oder HIV-Schwerpunktärzt_innen sind solche Untersuchungen Routine, und auch Checkpoints bieten Tests auf Geschlechtskrankheiten einschließlich HIV an. Weitere Infos:

Schutz vor HIV beim Sex

Schutz vor HIV beim Sex

Vor einer HIV-Übertragung beim Sex schützen:

  • Kondome
  • Schutz durch Therapie
  • PrEP

Nach einem hohen HIV-Risiko (z. B. Sex ohne eine dieser Schutzmethoden mit einer HIV-positiven Person, die keine HIV-Medikamente nimmt) kann eine sofort begonnene vierwöchige HIV-Therapie („PEP“) eine HIV-Infektion meistens verhindern. Weitere Infos:

Weitere Informatinonen

Weitere Informa­tionen

Weitere Informatinonen auf Bundesebene

Viele Aidshilfen vor Ort bieten auch persönliche Beratung an. Adressen von Aidshilfen, Teststellen, PEP-Stellen, Schwulenberatungen, Trans*-Beratungsstellen sowie Drogen- und Suchtberatungen in deiner Nähe findest du hier ebenso. Gib hier einfach die Postleitzahl deines Wohnorts an und dann bekommst du Einrichtungen in deiner Nähe angezeigt.

Beratung zu HIV und anderen Geschlechtskrankheiten sowie anonyme Tests werden – kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr – von Gesundheitsämtern, vielen Aidshilfen und Einrichtungen für schwule Männer angeboten.

Tests sind bei Verdacht auf Geschlechtskrankheiten auch in der Arztpraxis möglich. Die Kosten übernimmt dann die Krankenkasse, das Ergebnis wird normalerweise in die Krankenakte eingetragen. Eine bundesweite Übersicht über alle Beratungs- und Testangebote findest du auf der interaktiven Karte unter:

Infos rund um schwulen Sex und schwules Leben findest du auf:

Dort geht es zum Beispiel um Safer Sex, Beziehungen, Geschlechtskrankheiten und HIV, Drogen, Hepatitis, Testmöglichkeiten oder das Thema Schwul und trans*.

Beratungsangebote für schwule und bisexuelle Männer rund um diese Themen – telefonisch, per Mail oder im Live-Chat – findest du auf:

Darüber hinaus gibt es das Portal Männergesundheitsportal, dass viele weitere Aspekte männlicher Gesundheit aufgreift:

Weitere Informatinonen für Niedersachsen

In Niedersachsen gibt für alle Männer, die Männer lieben und/oder Sex mit Männern haben SVeN als schwules Präventionsnetzwerk.

Copyright Hinweis

Die Bilder, Texte und die Grundzüge des Layouts der Seite „Deine Gesundheit, Dein Wohlbefinden“ sind die Übernahme der Inhalte einer Broschüre der Deutschen Aidshilfe und ihrer Kampagne ICH WEISS WAS ICH TU.

Das Copyright liegt bei der Deutschen Aidshilfe, Wilhelmstraße 138, 10963 Berlin. Die gedruckte Version von „Deine Gesundheit, Dein Wohlbefinden“ ist erhältlich in Aidshilfen sowie online bei der Deutschen Aidshilfe auf:

Die Veröffentlichung der Inhalte und Fotos der Broschüre auf der Webseite des QNN wurde finanziert aus Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung durch das QNN im Rahmen der Kampagne für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in Niedersachsen als Beitrag zur Förderung der Gesundheit schwuler Männer.