Niedersachsen wählt kommunal am 12.09!

Bürger*innen in den 943 niedersächsischen Gemeinden wählen an diesem Tag ihre kommunale Vertretung – ihren Rat, ihren Samtgemeinderat, ihren Kreistag oder ihre Regionsversammlung. In einigen größeren Kommunen werden auch die Bezirks- oder Ortsräte gewählt.

Und ebenfalls in fast allen niedersächsischen Gemeinden werden an diesem Tag die Hauptverwaltungsbeamt*innen gewählt – besser bekannt als Oberbürgermeister*in, Bürgermeister*in,  Landrät*in oder Regionspräsident*in.

Wie queer ist Kommunalpolitik?

Vielen ist die Kommune vor allem durch ihre allgemeinen Aufgabenbereiche Verkehrsplanung, Schulen und Sporthallen, Öffentlicher Nahverkehr, Jugendhilfe, etc. bekannt.

Immer mehr Gemeinden nehmen aber auch queere Themen als ihre Aufgabe war – vom Hissen der Regenbogenflagge vor dem Rathaus zum CSD, über die Einrichtung von LSBTI* Beauftragten in der Verwaltung bis zur finanziellen Förderung eines queeren Zentrums.

Mit der diesjährigen Kommunalwahl können die Bürger*innen also nicht nur mitbestimmen, wer in den nächsten fünf Jahren den kommunalen Bebauungsplan festlegt, sondern auch wie queere Themen gesetzt und queere Projekte in ihrer Gemeinde gefördert werden.

Braunschweig, Gifhorn

Göttingen, Hannover

Queer kommunnalpolitisch diskutiert!

Mit der Veranstaltungsreihe ‚queer diskutiert‘ rücken wir queere Themen in den Fokus des kommunalen Wahlkampfes. In der Podiumsdiskussion mit den Kandidat*innen der Parteien, zeigt sich, welche jeweiligen Positionen zu queeren Themen zur Wahl stehen.
Für die umfassende Organisation und Durchführung der Podiumsdiskussionen danken wir unseren Mitgliedsorganisationen vor Ort!

Veranstaltungen

19.08.2021

Göttingen

„queer diskutiert – ab in den Landkreis“ - unter diesem Motto fand am 19.8. organisiert durch den Verein Queeres Göttingen e.V. das kommunalpolitische Gespräch ganz im Süden Niedersachsens statt.
In drei Runden diskutierten die Kandidat*innen um das Amt des Landrats*der Landrätin mit der queeren Community: Marie Kollenrott (Bündnis 90/Die Grünen), Eckhard Fascher (Die Linke) und Marcel Orth (Die Partei) brachten ihre Erfahrungen und Vorschläge für die Gestaltung des ländlichen Raums mit und formulierten Ideen, um queeres Engagement und Aktivismus, Gemeinschaft und Leben auf dem Land zu stärken.
An den Thementischen ‚Infrastruktur und Beratung‘, ‚Qualifikation und Sensibilisierung‘ sowie ‚Kultur und Vernetzung‘ entwickelten die rund 25 Teilnehmenden gemeinsam Ideen, wie der Fokus auf den städtischen Raum zu dezentrieren ist und wie die vielen vorhandenen Initiativen – vom ersten Fahrrad-CSD in Hannoversch Münden bis zu Jugendlichen, die aus Duderstadt zur queeren Jugendgruppe pendeln – unterstützt werden können.
In diesem Sinne wünschten die politischen Gestalter*innen der queeren Community, dass auch mit ihrem Zutun Aktivitäten wie der überregionale CSD Göttingen „zur Tradition“ (Kollenrott) werden. Mit der entsprechenden Portion Humor, „wie Fastnacht, aber ohne schlechte Witze“ (Orth) wollen sich die Anwesenden gemeinsam dafür einbringen, dass ein Leben möglich wird „so wie wir es wollen“ (Fascher) – auch auf dem Land.

19:00 Uhr
Musa, Hagenweg 2a, Göttingen

09.09.2021

Hannover

Auch in Hannover wurde queer diskutiert! Die Veranstaltung fand am 9. September 2021 auf der Cumberlandschen Bühne des Schauspiels Hannover statt. Das Staatstheater war zusätzlich Kooperationspartner der Veranstaltung.
Moderiert von Joanna Mechnich und mit stark regulierten Redezeiten dürften Kommunalpolitiker*innen hier die Fragen von Menschenrechtsorganisationen beantworten. Ganz im Sinne eines intersektionalen Anspruchs im queeren Aktivismus luden wir hierzu das Straßenmagazin Asphalt und die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (Hannover) ein. Für den Andersraum stellte ein Gruppenleiter aus dem Queeren Jugendzentrum QueerUnity Fragen. Thematisch ging es u.a. konkrete Maßnahmen gegen Rassismus in Parteistrukturen, Unterstützungsangebote für obdachlose Menschen mit Haustieren oder auch die Frage, wie man reagieren würde, wenn Queerfeindlichkeit in der eigenen Familie auftritt.
Um ein breites Spektrum demokratischer Parteien abzudecken, diskutierten in zwei Runden Vertreter*innen von CDU, LINKE, DIE URBANE, GRÜNE, PIRATEN, SPD, DIE PARTEI und von der FDP. In Abstimmungen des Publikums vor und nach den Diskussionsblöcken wurde deutlich, dass einige der rund 60 Gäste ihre Sicht auf die Kandidat*innen verändert haben. Im Zwischenblock, einer Art Mini-Hoffest mit Infoständen der Parteien und NGOs wurden bei Getränken Fragen gestellt und Diskussionen vertieft. Uns erreicht das Feedback, dass neue Themen entdeckt, Gemeinsamkeiten und Unterschiede verstanden und neue Wege in ein politisches Engagement geebnet wurden.

18:00 bis 21:15 Uhr
Schauspielhaus, Hannover

Veranstaltungen in der Reihe ‚queer diskutiert‘ finden in Kooperation mit der*dem lokalen Träger*in vor Ort und dem Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen e.V. statt. Die Veranstaltungsreihe wird gefördert aus Mitteln des Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.