Nieder­sachsen startet Melde­stelle gegen Queer­feind­lichkeit

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Ab dem 14. April können queer­feind­liche Vorfälle in Nieder­sachsen erstmals über eine zivil­ge­sell­schaft­liche Melde­stelle dokumen­tiert werden. Das Queere Netzwerk Nieder­sachsen e.V. (QNN) startet mit der Melde- und Infor­ma­ti­ons­stelle Queer­feind­lichkeit (MIQ) ein Online­portal zur Erfassung queer­feind­licher Vorfälle. Ziel der Melde­stelle ist es, Ausmaß, Erschei­nungs­formen und Folgen von Queer­feind­lichkeit in Nieder­sachsen sichtbar zu machen und Betroffene dabei zu unter­stützen, passende Unter­stützung zu finden.

 

„Die steigende Zahl queer­feind­licher Angriffe ist ein Alarm­zeichen für unsere Gesell­schaft. Wenn Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orien­tierung oder geschlecht­lichen Identität angegriffen werden, betrifft das unser aller Werte­ver­ständnis und unser demokra­ti­sches Mitein­ander. Die Melde- und Infor­ma­ti­ons­stelle Queer­feind­lichkeit (MIQ) leistet hier einen wichtigen Beitrag, indem sie queer­feind­liche Vorfälle syste­ma­tisch dokumen­tiert und Betrof­fenen einen sicheren, anonymen Raum bietet, sich Gehör zu verschaffen. Die Arbeit von MIQ ist entscheidend, um das Ausmaß und die Folgen dieser Gewalt zu verstehen und gezielt darauf reagieren zu können. Wir müssen als Gesell­schaft zusam­men­stehen und diese Angriffe mit aller Entschlos­senheit bekämpfen“, betont Dr. Andreas Philippi, Nieder­säch­si­scher Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleich­stellung.

 

„Viele Vorfälle werden nicht angezeigt und bleiben unsichtbar. Mit der Melde­stelle schaffen wir eine niedrig­schwellige Möglichkeit, Erfah­rungen zu melden und zu dokumen­tieren“, sagt Lisa Kühn, Vorständin beim Queeren Netzwerk Nieder­sachsen. „Nur mit einem fundierten Lagebild können wirksame Präven­ti­ons­maß­nahmen entwi­ckelt werden.“

 

Über ein Online-Melde­for­mular sowie ein Melde­handy können queer­feind­liche Vorfälle aus ganz Nieder­sachsen gemeldet werden. Erfasst werden Online- und Offline-Vorfälle von diskri­mi­nie­renden Postings bis zu Gewalt­taten.

 

MIQ arbeitet dabei mit hohen Standards in Bezug auf Daten­schutz und Daten­si­cherheit und gewähr­leistet durch anonyme Meldewege einen besonders niedrig­schwel­ligen und sicheren Zugang für Betroffene. Die erfassten Meldungen werden ausge­wertet und einge­ordnet, um Entwick­lungen und Muster sichtbar zu machen. Damit soll ein realis­ti­sches Bild zur Sicher­heitslage queerer Menschen in Nieder­sachsen entstehen und eine Grundlage für Prävention, politische Maßnahmen und gesell­schaft­liche Aufklärung geschaffen werden.

 

Menschen, die nach einem queer­feind­lichen Vorfall Beratung oder Unter­stützung suchen, können im Rahmen der Vorfalls­meldung durch MIQ eine einmalige Verweis­be­ratung erhalten.

 

Auf Wunsch veröf­fent­licht MIQ kurze, anony­mi­sierte Schil­de­rungen einzelner Vorfälle in einer Vorfalls­auf­listung (Chronik) auf der Website. Diese sollen die Vielfalt queer­feind­licher Erfah­rungen sichtbar machen und gleich­zeitig die Perspek­tiven der Betrof­fenen respektvoll darstellen.

 

Die Melde- und Infor­ma­ti­ons­stelle Queer­feind­lichkeit wird durch das Nieder­säch­sische Minis­terium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleich­stellung gefördert und ermög­licht.

 

 

Presse­mit­teilung zum Download

 

Mehr zum Thema

 

Website der Melde- und Infor­ma­ti­ons­stelle Queer­feind­lichkeit (MIQ)

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